Wenngleich Mali ein armes Land ist, so ist doch seit den Zeiten des legendären Herrschers Mansa Musa von Timbuktu im 14. Jhd. der Goldreichtum bekannt. Mali liegt im sog. „Goldgürtel“, der sich von Senegal, Guinea, Ghana, Burkina Faso, Niger, Nigeria und Kamerun über ganz Westafrika erstreckt. Es gibt einige Regionen mit reichen Vorkommen von Gold, Kupfer, Eisen sowie Diamanten, Granat, Erdgas, Phosphat, Bauxit und Erdöl. Im Westen des Landes ist Uran angesagt. Die meisten bekannten Vorkommen sind zwar geologisch erfasst, jedoch bislang noch kaum erschlossen.

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Bei der Präsidentschaftswahl im Mai 2013 ging der frühere Premierminister Ibrahim Boubacar Keita als Sieger hervor. Zum Bergbauminister wurde der 39-jährige frühere Weltbankmitarbeiter Dr. Boubou Cisse bestellt.

Seine erste Tätigkeit als neuer Minister war die Aufnahme der bereits seit Januar 2012 bestehenden Bemühungen um eine Neuordnung bei den Regularien des Bergbaues. Dem Minister scheint bewusst zu sein, dass nur moderne und investorenfreundliche Minengesetze dazu führen können, dem für das Land so wichtigen Bergbau eine stabilere Zukunft zu geben.

Mali ist zwar mit rd. 50 Tonnen Gold pro Jahr auf Rang 3 der Gold produzierenden Länder, hinter Südafrika und Ghana, doch trägt der Goldabbau bislang nur rd. 8% zum Staatsbudget bei. Diesen Anteil will man mittelfristig, und durch neue Gesetze unterstützt, auf rd. 20% bis 25% anheben. Gerade auch, weil Gold mit rd. 70% noch weit vor Baumwolle das wichtigste malische Exportgut darstellt.

Minister Cisse sagt dazu: „ Die Regierung hat beschlossen, eine völlig neue Zusammenstellung aller existenten Sachverhalte bezüglich Lizenzen, Verträge und Rechtstiteln zu erarbeiten, die sich im Bergbau und im Ölgeschäft befinden. Sollte sich dabei herausstellen, dass einige Verträge im Interesse des Landes zu überarbeiten wären, so wird man sich mit den zuständigen Partnern in Verhandlungen begeben“.

Ob man an den bereits im Januar 2012 angestrebten Revisionszielen, einer Anhebung der staatlichen Beteiligung von 20% auf 25% und einer im Gegenzug vorgesehenen Steuersenkung von 35% auf 25% festhält, bleibt abzuwarten. Weiters sah die ursprüngliche Revision auch die Aufnahme von verpflichtenden Leistungen für die Unternehmen vor, die eine Bergbaulizenz erhalten wollen, wie zum Beispiel infrastrukturelle und soziale Investitionen.

All diese Vorhaben scheinen sich nun durch die neue Regierung, die durch die Rückeroberung der nördlichen Gebiete von den Taliban-Rebellen gefestigter erscheint, rascher auf eine Lösung zu zu bewegen, als die seit 2011 in diese Richtung laufenden aber nie zum Gesetz erhobenen Bemühungen.

Man darf gespannt sein, wie es dieses an Bodenschätzen so reiche Land nun auf demokratischem Wege schafft, gesicherte Investitionsanreize für ausländische Investoren in seiner Gesetzgebung zu verankern, und ob diese ausreichen werden, trotz äußerst mangelhafter Infrastruktur weitere Unternehmen anzulocken.

Diese könnten dann den bereits vorhandenen Betrieben, wie Randgold, Anglo Gold Ashanti, Avion Gold Corporation und Goldfields folgen, die bereits seit längerer Zeit in Mali erfolgreich tätig sind.

Quellen:

http://www.miningweekly.com/article/malis-new-government-to-review-mining-contracts—minister-2013-09-11

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=440546.html

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mali