Die Äußerungen von Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner zum zukünftigen Wettbewerb im Kalimarkt und der Preiserwartungen für den Rohstoff haben an der Börse bei den Aktien aus der Branche für ein Erdbeben gesorgt. Baumgertner erwartet einen deutlichen Preisrutsch, nicht zuletzt weil Uralkali massiv die Produktion steigern will sowie aus einem Vertriebskonsortium ausgestiegen ist – man will den Wettbewerb heftig anheizen.

Das hat vor allem beim Aktienkurs von K+S zuletzt für derbe Verluste gesorgt. „Gekrönt“ wurde dies gestern durch eine Gewinnwarnung des Unternehmens, das die Prognose für 2013 zurück gezogen und den Ausblick für 2014 in Frage gestellt hat. Neue Aussagen zu den Erwartungen hat der DAX-Konzern aus Kassel nicht getroffen.

Die Gewinnwarnung lässt sich deutlich auf die Uralkali-Nachrichten zurückführen. Die Aussagen hätten „weltweit innerhalb weniger Tage mehr als 15 Milliarden Euro Börsenwerte vernichtet und zu einer erheblichen Unsicherheit über die weitere Mengen- und Preisentwicklung im Markt für Kalidüngemittel geführt“, so K+S. Konzernchef Norbert Steiner verweist zwar darauf, dass man mit der Salzsparte und einer „einzigartigen Produktpalette“ besondere Stärken im Vergleich zu den Wettbewerbern habe. Leider aber dominiert bei den Hessen das Kaligeschäft den Ertrag, entsprechend verhallte die Stellungnahme weitgehend ohne Effekt.

Einen anderen Konzern lassen die Aussagen aus Russland relativ kalt. Man denke im Kaligeschäft sehr langfristig, das hier aber sei sehr kurzfristig, sagt der neue CEO von BHP Billiton, Andrew Mackenzie, gegenüber Reportern. Ohnehin habe man die Geschehnisse, die den Markt nun durchschütteln, vorhergesagt. BHP habe immer darauf hingewiesen, dass der Kalimarkt seine kartellartige Struktur verlieren und weltweit ein Handel wie bei anderen Gütern entstehen werde, sagt Mackenzie.

Alarmstimmung herrscht bei BHP Billiton also nicht. Mit den Äußerungen dürfte Mackenzie auch erst einmal Spekulationen beruhigen, dass der australisch-britische Rohstoffriese unter dem Eindruck der Turbulenzen rund um den Kalimarkt und die Unternehmenspreise der Branche zu einem Strategieschwenk bereit sein könnte. Dazu beigetragen hatte unter anderem Bank of America Merrill Lynch. Die Analysten des Finanzhauses sehen in der Übernahme des US-Kaliproduzenten Mosaic durch BHP Billiton für den Konzern eine interessante Alternative zum Aufbau des Jansen-Projektes. Dieses Mammut-Projekt in Kanada wird Investitionen von geschätzten 14 Milliarden Dollar nach sich ziehen.

Mögliche weitere Spekulationen sind aber nur vertagt, denn es stehen noch einige Halbjahresbilanzen an. Mackenzie hat bereits angekündigt, dass es weitergehende Informationen zum Kalibereich und zum Jansen-Projekt am 20. August geben könnte. Dann legt der Bergswerkskonzern seinen Halbjahresbericht vor.

Auch K+S steht in wenigen Tagen noch einmal im Blickpunkt des Marktes: Am 13. August legen die Hessen Halbjahreszahlen vor. Derweil erholt sich die Aktie des DAX-Konzerns am Mittwoch wieder etwas vom Tiefflug des vorangegangenen Tages, prallt allerdings an einem Widerstand um 17 Euro erst einmal nach unten ab. Dennoch könnte die Erholung noch weiter gehen: Einige Analysten haben trotz reihenweise gesenkter Kursziele und Ergebnisprognosen bereits durchblicken lassen, dass der Sturz des Papiers eine Etage zu weit gegangen sein könnte.

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