Am 25./26. September wird es den „Renewable Energy and Mining Summit“, einen Gipfel zwischen der Bergbauindustrie und Vertretern der Branche der erneuerbaren Energien geben. In den letzten 12 Monaten litten beide Branchen an dem jeweiligen Preisverfall und Investoren machten einen weiten Bogen um Rohstoff und beispielsweise Solarwerte. Auch wenn die Nachfrage nach Rohstoffen weiterhin steigt, geraten die Bergbau-Konzerne durch regulatorische Eingriffe der Regierungen und Initiativen von Interessengruppen zunehmend unter Druck. Durch den Gipfel soll eine dringend benötigte Plattform geschaffen werden, damit Synergien zwischen diesen zwei Branchen geschaffen werden können.

Der Bergbau steht vor großen Herausforderungen, um die Kostenexplosion zu stoppen. Ein Weg aus diesem Dilemma könnte der Einsatz von erneuerbaren Energien sein, um unabhängig von teuren Treibstoffen oder teurer Elektrizität bzw. Abgaben für CO2 Emissionen zu werden. Der Gipfel bringt die Spitzen aus Bergbau und erneuerbaren Energien zusammen, um die Chancen und Risiken einer Energieversorgung der großen Minen durch erneuerbare Energien zu diskutieren. Unter den Vertretern der Bergbau Seite sind führende Unternehmen wie Barrick Gold, Kinross, Rio Tinto oder Vale anzutreffen, sozusagen die „Champions-League“ des Bergbaus. Dies ist sicherlich auch symbolisch dafür zu sehen, welche großen Herausforderungen und Anstrengungen zur Kosten- und Emissionsreduzierung vor den Unternehmen liegen.

Die Bergbauunternehmen sind sehr daran interessiert, „smarte“ Lösungen für diese Herausforderungen zu finden, und die bestehenden Lösungen durch günstigere und dauerhaft sichere Energieprojekte zu substituieren. Die Vertreter der erneuerbaren Energien suchen nach neuen Absatzmärkten und sehen in den großen Minen mit ihrem dauerhaft hohen Energiebedarf die Chance, neue Projekte zu initiieren. Dabei wird ein potenzieller Investitionsumfang in erneuerbare Energie allein im Umfeld der Bergbau-Projekte auf ca. 8,5 Mrd USD im Jahr 2016 und bis zu 20 Mrd USD im Jahr 2020 geschätzt. Auch wenn diese Schätzungen auf einem weiterhin kontinuierlichen weltweiten Wirtschaftswachstum von ca. 3,5% und weiter steigenden Preisen für Rohstoffe und Energie basieren, so zeigt sich deutlich, dass die Energiekosten (neben den Personalkosten) weiterhin im Fokus der Bergbauindustrie stehen.

Die Bergbaubranche kann es sich schlichtweg nicht mehr leisten, dauerhaft von immer weiter steigenden Dieselpreisen für Stromaggregate abhängig zu sein. Viele Großprojekte liegen in abgelegenen Landesteilen, so dass eine Stromversorgung in unmittelbarer Nähe der Minen nicht nur unmittelbar Vorteile bringt, sondern auch die Logistik vereinfacht. Großflächige Photovoltaik Projekte könnten in regenarmen Gebieten, beispielsweise bei den großen Kupferprojekten in Chile eine Lösung für die Energieversorgung bieten. Durch den Preisverfall von Solar-Modulen ist diese Technologie inzwischen auch preislich sehr konkurrenzfähig geworden, auch wenn die Photovoltaik nachts keinen Strom liefert und somit weitere Technologien benötigt werden, um komplett auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Die Solarthermie bietet dabei als Alternative zur Photovoltaik die Chance, relativ kostengünstig einen Speicher für die Nachtstunden zu integrieren.

Ihr Manuel Giesen