Kürzlich verbreitete die Nachrichtenagentur RT (rt.com) diese für den Edelmetallmarkt sensationelle Neuigkeit. Zum Jahresbeginn 2014 wird Russlands Börse mit der Eröffnung einer eigenen Edelmetallbörse zwar einen Contrapunkt zum Handelsmonopol der westlichen Welt setzen, in erster Linie jedoch dem eigenen Volk den Zugang zu physischen Besitz an Edelmetallen eröffnen.

börse Russland

Bild: Börsensaal Moskau – Quelle: Nachrichtenagentur afp.com

Bislang konnte das Land an der Börse ausschließlich Futures auf Gold und Silber handeln. Nun aber wird es den Händlern möglich gemacht Gold und Silber, wahrscheinlich auch Platin und Palladium real zu Tagespreisen zu handeln, jedoch ausschließlich in russischer Landeswährung.

Der Tagespreis wird künftig von der Börse bestimmt werden. Sie wird auch zuständig sein, die Edelmetalle von den Produzenten des Landes zu kaufen und zu lagern um die Bestände für den Handel auch physisch zu besitzen.

Bislang konnten Käufer zwar an den Schaltern ebenso Gold kaufen, jedoch wurden die Kaufpreise von der Zentralbank bestimmt und nicht von einem freien Markt.

Mikhail Orlenko, Direktor der Rohstoffbörse:„ Wir sind ein Gold exportierendes Land und produzieren eine Vielzahl an Edelmetallen. Bislang war unser Rohstoffhandel nicht transparent und das Handelsvolumen hinkte im internationalen Vergleich hinterher“.

Nun scheint für die russische Börse mit der Edelmetallbörse ein neuer Liquiditätsschub zu entstehen, denn das Land produziert nicht nur Gold und Silber, sondern immerhin auch rd. 43% der weltweiten Palladiumförderung und ist nebenbei der 2.größte Platinproduzent der Welt.

Welche Auswirkungen dies auf den Weltmarkt haben wird, wenn eine Weltmacht wie Russland seiner Bevölkerung den Zugang zu physischen Edelmetallen ermöglicht, bleibt abzuwarten. Die Nachfrage aus der Mittel- und Oberschicht sollte nicht nur zu einer drastischen Erhöhung der Handelvolumina an der Börse führen, sondern wahrscheinlich auch die Exportquoten an Gold, Silber, Platin und Palladium beeinflussen, da ein guter Teil der Jahresproduktion, zumindest von Gold und Silber, ab 2014 das Land wohl nicht mehr verlassen wird.