Zwei der weltgrößten Kupfer- und Goldprojekte mussten zuletzt Rückschläge hinnehmen, jedoch aus unterschiedlichen Gründen. Das Oyu Tolgoi-Projekt von Torquoise Hill Resource (ehemals Ivanhoe Mining) und Rio Tinto in der Mongolei machte im Frühjahr zuletzt durch ausufernde Kosten Schlagzeilen, welche Zweifel an der Rentabilität des Projekt aufkommen ließen. Da wurde schon vom „Milliarden-Grad in der mongolischen Wüste“ geschrieben.

Zudem gab es Ende Juni in der Mongolei Parlamentswahlen, welche eine deutliche Mehrheitsverschiebung von der bisher regierenden Volkspartei (MVP) hin zur demokratischen Partei (DP) ergaben. Unklar ist damit auch, ob die Investoren freundliche Politik weiter fortgesetzt wird, oder ob sich aufgrund des Rohstoff-Reichtums Stimmen durchsetzten werden, die einen höheren Profit für den Staat (in Form von höheren Steuern und Abgaben) oder sogar eine staatliche Beteiligung an den Rohstoffvorkommen des Landes fordern.

Nachdem die beiden Projektpartner aber schon mehrere Milliarden in das Projekt gesteckt haben, welches bereits erstes Kupfererz produziert hat und bis Mitte 2013 auf die volle Produktionsleistung hochgefahren werden soll, scheint ein Ausstieg eher unwahrscheinlich. Auf einem Gebiet so groß wie Manhattan sollen hier zukünftig über eine Projektlaufzeit von ca. 60 Jahren jährlich ca. 550.000t Kupfer und 650.000 Unzen Gold gefördert werden. Bezogen auf die Resource gab es in diesem Jahr ermutigende Meldungen, sie könnte sogar noch deutlich größer als bislang angenommen sein.

Zudem hat Oyu Tolgoi in den letzten Tagen die große Ehre, einen Teil der Rohstoff für die Medaillen der Olympischen Spiele in London zu liefern. Aktuell fließt quasi der gesamte freie Cash-Flow von Torquoise Hill Resource in Oyu Tolgoi, aufgrund der möglicherweise notwendigen Überprüfung der Wirtschaftlichkeitsdaten und den politischen Veränderungen im Lande ist es jedoch mehr als fraglich, ob der Terminplan für die geplante Hochlaufphase bis Mitte 2013 eingehalten werden kann. Mehr zum Oyu Tolgoi-Projekt finden Sie unter den nachfolgenden Links:

http://www.3sat.de/page/?source=/boerse/hintergrund/152629/index.html

http://institut-seltene-erden.org/ivanhoe-mines-mega-mine-als-milliarden-grab/

http://www.rohstoff-investingnews.de/gold/olympia-gold-aus-usa-und-mongolei/

Bei dem Pebble-Projekt in Alaska, einem Joint Venture von Northern Dynasty Minerals und Anglo American gab es Zweifel seitens der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency), insbesondere ob der geplante Aufbau der Mine nicht die einzigartigen Lachsvorkommen in der Region gefährdet. Obwohl Northern Dynesty hierzu in den letzten Jahren zahlreiche Untersuchungen gestartet hatte und auch entsprechende Daten vorlegen kann, konnte diese Darstellung wohl nicht überzeugen, so dass sich hier ein längerer Streit abzeichnet. Eine für dieses Jahr geplante erste Machbarkeitsstudie dürfte sich vor diesem Hintergrund erst mal auf unbestimmte Zeit verzögern, da völlig unklar ist, ob und wann die notwendigen Umweltgenehmigungen erteilt werden. Aufgrund der Tatsache, dass die Investitionen und Aufwendungen für die Exploration zur Zeit fast ausschließlich von einem Projektpartner (Anglo American) getragen werden und vor dem Hintergrund, dass die großen Bergbaukonzerne ihre Investitionen zuletzt deutlich zurückgefahren haben, ist die Zukunft des Pebble Projektes sehr unsicher. Am 26.Juli wurde seitens der Projektpartner eine umfangreiche Eingabe vorbereitet, welche auf Schwächen des Berichts der EPA hinweisen und ein entsprechendes Gegengutachten darstellen sollen.

Letztendlich geht es um die Frage, ob sich eine entwickelte Nation wie die Vereinigten Staaten von Amerika leisten will, aus Umweltschutzgründen auf eines der größten Gold- und Kupfervorkommen zu verzichten und seine Abhängigkeit von Rohstoff-Importen weiter zu erhöhen.

Mehr Informationen zu Northern Dynasty Minerals und zum Pebble Projekt finden Sie unter den folgenden Links

http://www.northerndynastyminerals.com/ndm/Home.asp

und

http://www.pebblepartnership.com/

Ihr Manuel Giesen


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