Salze – eine Interessante Rohstoffklasse

Zugegeben, auf den ersten Blick klingt Salz wenig spannend, wenn man bedenkt, dass heute 500g Speisesalz beim Discounter für 0,19 Euro erhältlich sind. Wenn man sich die alten Hansestädte wie Lüneburg, Lübeck, Hamburg oder Kiel anschaut, dann ist kaum vorstellbar, dass diese Städte einen Großteil ihres Aufschwungs und ihre prachtvollen Bauten aus der Hansezeit der Förderung von Salz (Lüneburg), oder dem Handel von Salz und der Anwendung von Salz im Zuge der Pökelung von Fleisch und Fisch zur Haltbarmachung zu verdanken haben.

Salz war im Mittelalter deutlich wichtiger und daher entsprechend teurer. Salz wurde überall gebraucht, die alten Salzstraßen gehören zu den ältesten Handelswegen. Bis Ende 1992 mussten noch umgerechnet 6,14 Euro/ 100kg Salzsteuer entrichtet werden, die erst mit der Steuerharmonisierung des EU-Binnenmarktes wegfiel. Neben der Salzgewinnung aus alten Salzstöcken (beispielsweise im Norddeutschen Raum um Lüneburg) ist seit der Antike die Salzgewinnung aus Meerwasser bekannt. Die Menschen leiteten Meerwasser durch Kanäle in flache Becken, ließen das Wasser verdunsten und "ernteten" auf diese Weise das Salz. Solche Salzgärten finden sich noch heute beispielsweise in Südfrankreich in der Camargue. Die alten Salzstöcke in Norddeutschland haben in der jüngeren Vergangenheit als potenzielle Endlagerstätten für Atommüll neue Bedeutung gewonnen, auch wenn die Eignung für eine dauerhafte Lagerung inzwischen stark bestritten wird.

Auch gibt es beim Speisesalz große qualitative und preisliche Unterschiede, während 500g "einfaches" Speisesalz im Discounter ab 0,19 Euro erhältlich sind, kostet die gleiche Menge an "Fleur de Sel" ca. 14 Euro. Dabei hat sich der Anwendungsbereich von Salz (Natriumchlorid) verändert. Während das Salz in großen Mengen zur Haltbarmachung von Lebensmitteln benötigt wurde, sind in der Neuzeit Techniken und Verfahren entwickelt worden, mit denen dieses Ziel einfacher und wirksamer erreicht werden kann. Neue Anwendungen, beispielsweise der Einsatz von Salz als Streusalz im Winter sind dafür hinzugekommen. Durch die großen Mengen von Salz in den Weltmeeren ist klar, dass es sich bei Salz nicht um ein knappes Gut handelt, sondern die Salzvorkommen lediglich konzentriert werden müssen, um sie entsprechend nutzbar zu machen.

Neben dem klassischen Speisesalz, welches auch als Steinsalz bezeichnet wird, möchte ich Ihnen zwei weitere Salzarten vorstellen, die in der jüngeren Zeit wieder an Bedeutung gewonnen haben, Kali- und Lithumsalze.

Lithium und Kalium sind Elemente, welche in der Natur aufgrund ihrer hohen Reaktivität nicht in gediegener Form, sondern in der Regel in Salzform, als Lithium- und Kalisalze. Beide Salzgruppen sind wasserlöslich und prinzipiell in großen Mengen in den Weltmeeren vorhanden, jedoch sind noch keine wirtschaftlichen Verfahren zur Gewinnung von Kalium und Lithium aus dem Meerwasser bekannt.

Kalisalze auch bekannt als Potash finden vor allem als Pflanzendünger Verwendung. Dabei unterstützt das Kalium die Kohlenstoffaufnahme der Pflanzen und beschleunigt das Wachstum sowie die Photosynthese der Pflanzen. Größere Kalivorkommen finden man beispielsweise in Deutschland im Werra-Ulster Kalirevier. Das inzwischen im DAX gelistete Unternehmen Kali & Salz schaffte dank der Düngemittelexporte den Aufstieg unter die Top 30 Werte. Die kanadische Potash Corp. erhielt vor einiger Zeit ein 40 Mrd USD Übernahmeangebot durch BHP Billiton, lehnte dieses Angebot jedoch ab.

Beim Lithium liegen die großen Vorkommen und ergiebigsten Lagerstätten in den Salzseen Südamerikas, insbesondere in Bolivien (Salar de Uyuni) und Argentinien, sowie in Kanada. Der Salzsee Salar de Uyuni verfügt dabei mit geschätzten 5,4 Mio Tonnen Lithium über das möglicherweise weltgrößte Lithium-Vorkommen.

Lithium hat eine bewegte Geschichte hinter sich und wird heute vor allem für Lithium-Ionen-Batterien, die beispielsweise in Handys, Laptops und Elektrofahrzeugen Strom liefern, verwendet. Mit den kanadischen Unternehmen Rock Tech Lithium und Canada Lithium Corp. wurden hier im Miningscout bereits zwei Unternehmen vorgestellt, die erfolgreich Lithiumlagerstätten zur Produktion entwickeln.

Ihr Manuel Giesen


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