Das Image Kolumbiens in der Welt ist geprägt von den seit vielen Jahren bestehende, blutigen Konflikten von Paramilitärs, Drogenkartellen und der Regierung. Die Drogen-Kartelle aus Medellin und Cali sind weltbekannt, und das aus der Koka-Pflanze gewonnen Kokain wohl das bekannteste „Exportgut“ dieses Landes. Auch wenn im Kampf gegen die Drogen-Kartelle und Paramilitärs in den letzten Jahren mit Hilfe der USA größere Fortschritte erzielt wurden, so bleibt das Bild vom „Drogenstaat“ leider noch in den Köpfen der Menschen verankert. Zu Unrecht, wie ich meine, denn Kolumbien ist ein Land, welches aufgrund seiner geographischen Lage und seiner Geschichte weitaus mehr Beachtung verdient.

Geographisch lässt sich Kolumbien in vier Hauptregionen gliedern. Die relativ trockene, karibische Küstenregion am Golf von Mexiko, die pazifische Küstenregion, die Region der Anden und ihrer Hochtäler, sowie die Region Amazonien, die durch die großen Flüsse Amazonas und Orinoco geprägt wird. Obwohl Kolumbien Zugang zu zwei großen Meeren hat, befinden sich die drei großen Metropolen Bogota, Medellin und Cali jeweils im Landesinnern. Cali, bereits 1536 als eine der ersten spanischen Siedlungen in der „neuen Welt“ gegründet, gilt als die Hauptstadt des Salsa, jenes lateinamerikanischen Tanzes, der sich auch in Europa zunehmender Beliebtheit erfreut. Cali liegt auf einer Höhe von nur ca. 1000m, während Medellin auf einer Höhe von ca. 1500m und Bogota sogar auf einer Höhe von über 2600m liegt. In Medellin findet sich seit Ende 2011 eine besondere Kuriosität. Dort wurde am 27.12.2011 die längste Freiluftrolltreppe der Welt eröffnet, deren Benutzung kostenlos ist, und die einen Höhenunterschied von umgerechnet ca. 28 Stockwerken überwindet. Die 384m lange Fahrt dauert rund sechs Minuten.

Die Hauptstadt Bogota, mit 7 Millionen Einwohnern größte Stadt des Landes und gleichzeitig politisches und wirtschaftliches Zentrum des Landes, liegt in einer fruchtbaren Hochebene der Anden. Die kolumbianischen Anden zeigen eine charakteristische Aufspaltung in drei Gebirgsketten, die westliche, die zentrale und die östliche Kordillere, welche auch als Wetterscheiden von Bedeutung sind. Die karibische Küste ist aufgrund der Passatwinde vergleichsweise regenarm, wobei die Niederschläge noch mal 30-50% unter der Niederschlagsmenge des vergleichsweise sonnigen Barcelonas an der spanischen Mittelmeerküste liegen. Die Pazifische Küsten, bzw. der Westrand der westlichen Kordillere gehören hingegen zu den niederschlagsreichsten Regionen der Welt, hier fällt teilweise mehr als das 30-fache der Niederschlagsmenge der kolumbianischen Karibikküste. Die höchsten Berge der kolumbianischen Anden erheben sich auf über 5750m und bilden Gletscherregionen. Das Gebiet Amazonien / Oronocien, ist weitestgehend von tropischem Regenwald bewachsen und nur sehr dünn besiedelt. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Klimazonen besitzt Kolumbien eine kaum übertroffene Artenvielfalt in der Fauna und Flora.

Kolumbien ist ein sehr wasserreiches Land, und immer wieder wird Wasser in Zeiten des Klimawandels und sich ausbreitender Wüsten als Rohstoff der Zukunft bezeichnet. Aber auch bei den aktuell bedeutenden Rohstoffen ist Kolumbien auf dem Vormarsch, wobei auf diesem Gebiet noch die Energierohstoffe Steinkohle und Erdöl überwiegen. 2008 betrug der Beitrag der Rohstoffgewinnung ca. 5% kolumbianischen zum Brutto-Sozial-Produkt bei, seither ist er kontinuierlich wachsend. Gerade in der Gewinnung von Rohstoffen aus Erzen, beispielsweise Eisenerzabbau, Gold- und Kupferförderung bestehen hier noch große Entwicklungspotenziale. Ein Unternehmen, welches sich hier auf dem Sektor der Rohstoff-Gewinnung positioniert, ist die hier im Miningscout bereits vorgestellte Firma CuOro Resources, welche ein sehr aussichtsreiches Kupferprojekt in Kolumbien exploriert und hier schon Kupfergehalte von bis zu 10% auffinden konnte.

Als zusätzliche Information möchte ich Sie gern auch auf den Artikel von Prof. Dr. T. Cramer verweisen, der sich ebenfalls dem Thema Rohstoffe in Kolumbien widmet.

http://www.alumni.tu-berlin.de/fileadmin/Redaktion/ABZ/PDF/TUI/60/cramer_tui_60.pdf

Ihr Manuel Giesen