Der 49. Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika ist spätestens seit dem Goldrausch am Klondike-River Ende des 19. Jahrhunderts für seinen Rohstoff-Reichtum bekannt. Ein solcher Reichtum weckt Begehrlichkeiten, die teilweise bis in die Gegenwart zu spüren sind. Starten wir mit einem kleinen geschichtlichen Rückblick.

Historiker gehen inzwischen davon aus, dass die Besiedelung des amerikanischen Doppelkontinents in Alaska begonnen hat. Aus Sibirien kommend, erreichten vor etwa 16.000 bis 12.000 Jahren über die damals noch bestehende Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika erste Nomaden das Land. Nachdem die Wikinger um das Jahr 1000 von Osten her nach Nordamerika vordrangen, diese Handelsverbindung aber bald wieder aufgaben, besiedelten drangen die Europäer ab dem 15. Jahrhunderts nach Amerika, und stellten dort ihre territorialen Ansprüche. Das Russische Zarenreich expandierte vermutlich Mitte des 17. Jahrhunderts über die Beringstrasse nach Alaska und nahm dieses Territorium in Besitz.

Nach dem verlorenen Krim-Krieg verkaufte das Zarenreich unter Zar Alexander II. aufgrund leerer Staatskassen Alaska für 7,2 Millionen Dollar (dafür gibt es heute eine etwas größere Finca auf Mallorca oder ein großzügiges Apartment in Downtown-Manhattan) an die Vereinigten Staaten von Amerika. Das Problem leerer Staatskassen, insbesondere aufgrund von Kriegen, ist auch im Jahre 2011 noch aktuell.

Alaska ist neben seiner geographischen Lage, welche für die USA zur Zeit des kalten Krieges gegenüber der damalige Sowjetunion von strategischer Bedeutung war, durch seine Rohstoffe erneut in den Fokus gerückt. Neben den Rohstoffen, die unstrittig im Hoheitsgebiet der USA liegen, ist Alaska der „Brückenkopf“ der USA zur Arktis, wobei sich Russland, die USA, Kanada und Norwegen darüber streiten, wer im nördlichen Polarmeer zugriff auf die vermuteten großen Öl- und Gasvorkommen hat.

Geografische Besonderheiten

Alaska ist mit einer Fläche von 1,7 Mio km² der flächenmäßig größte Staat der USA (und ca. 4,8mal so groß wie die Bundesrepublik), jedoch leben in Alaska nur etwas mehr als 700.000 Menschen.

Der Kauf wurde damals durchaus kritisch gesehen, da die Öffentlichkeit kaum fassen konnte, wie man so viel Geld für eine Eiswüste ausgeben kann. Auch in Russland gab und gibt es kritische Stimmen, die Zweifel daran hegen, ob die Zarenregentschaft überhaupt berechtigt war, ein solches Geschäft abzuschließen und den Verkauf rückgängig machen möchten. Schaut man sich Alaska genauer an, dann ist diese Region teilweise gar nicht so eisig, wie man es sich nach landläufiger Meinung vorstellen mag.

Alaska erstreckt sich vom 51° 20’ nördlicher Breite (das ist geographisch etwa auf einer Höhe mit Köln oder London, bis Hoch in den Norden zu 71° 50’ nördlicher Breite. Die größte Stadt Alaskas (Anchorige) liegt am Meer, wobei in den Monaten von April bis Oktober die mittlere Temperatur über 0°C liegt und im Juli knapp 14° erreicht. Neben Rohstoffen (von denen Öl allein ca. 85% zu den staatlichen Einnahmen von Alaska beiträgt) spielt traditionell die Fischerei, insbesondere der Fang von Lachsen und Kabeljau eine wirtschaftliche Rolle für diesen Staat. Auch der Tourismus wächst, in Alaska gibt es 8 Nationalparks, die jährlich von ca. 1 Mio Touristen besucht werden, die unberührte Natur, kaltes, klares Wasser und reine Luft schätzen. Auch der höchste Berg Nordamerikas, der Mt. McKinley, befindet sich in Alaska.

Gerade die (wie man am Beispiel des Tankerunglücks der Exxon Valdez vor Alaska’s Küste) nicht ganz unbegründete Furcht vor Umweltschäden hat jedoch in der Vergangenheit zu massiven Protesten gegen die Rohstoffgewinnung in Alaska geführt, befürchtet man doch, dass die Lebensgrundlage der Fischer, insbesondere die Laichstätten der Lachse durch die Rohstoffgewinnung gefährdet werden könnten.

Vergangenheit und Gegenwart

Exemplarisch für die neuen Bergbau-Aktivitäten im rohstoffreichen Alaska möchte ich Ihnen zwei Projekte vorstellen, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden. Auch wenn beide Projekte nur jeweils in einem, verglichen mit der Gesamtgröße von Alaska, sehr kleinen Teil nach Gold, Kupfer und weiteren Metallen explorieren, so gehören beide Projekte aufgrund ihrer Größe zu den Top 1% aller Goldprojekte.

Das Donlin Gold Projekt von Novagold Resources ca. 1000 km nordwestlich von Anchorige, der größten Stadt Alaskas, umfasst 33 Mio. Unzen an nachgewiesenen und wahrscheinlichen Goldreserven. Novagold Resources hält 50% an diesem Projekt, während sich die anderen 50% im Besitz des weltgrößten Goldproduzenten Barrick Gold befinden. Zum einen öffnet ein solch potenter Partner manch Tür, die für einen Explorer sonst verschlossene bliebe, zum anderen zeigt eine solche Partnerschaft, dass es sich nicht um ein x-beliebiges Projekt handelt, sondern dass es hier um die „Champions League“ der Goldgewinnung geht. In der jüngsten Vergangenheit hat Novagold Resources bekanntgegeben, dass bis zum Jahresende eine aktualisierte Machbarkeitsstudie für das Donlin Goldprojekt vorgelegt werden soll. Was mich persönlich an dem Donlin Goldprojekt fasziniert, ist nicht nur die Größe, sondern auch der überdurchschnittliche Goldgehalt von 2,2 g/t.

Es wird erwartet, hier über ein Minenleben von mindestens 25 Jahren, ca. 1,25 Mio Unzen an Gold zu produzieren. 1,25 Mio Unzen entsprechen nach aktuellem Marktwert ca. 2,1 Mrd. US-Dollar pro Jahr. Über die gesamte Projektlaufzeit sprechen wir hier von Gold im aktuellen Gegenwert von weit mehr als 50 Mrd. USD, also in etwas die Summe, um die sich zuletzt die Bankster der BadBank der HRE verrechnet haben.

Die bisherige Machbarkeitsstudie zu Donlin weist Projektkosten von ca. 6 Mrd USD für die Goldgewinnung plus zusätzliche Kosten in Höhe von ca. 1 Mrd. USD für eine 504 Kilometer lange Erdgaspipeline aus, die nach Aussage des Unternehmens die Stromerzeugungskosten senken sollte. Zudem ist die Pipeline nach Ansicht von Novagold Resources eine sozialere und umweltverträglichere Alternative zu der zunächst geplanten Dieselverwendung und erspart die Problematik von einfrierendem Dieselkraftstoff im arktischen Winter. Zudem ist es aus meiner Sicht stets positiv zu bewerten, wenn verringerte Umweltbelastungen und wirtschaftliche Zweckmäßigkeit Hand in Hand gehen.

Wenn man die notwendigen Investitionen von 7 Mrd USD allein für diese Goldprojekt sieht, dann erscheinen im Nachhinein die 7,2 Mio USD für Alaska als ultimatives Schnäppchen.

Wir dürfen gespannt auf die aktualisierte Machbarkeitsstudie sein und die weitere Entwicklung dieses Mega-Projektes sein.

Vielversprechendes Kupfer- und Goldprojekt

Anglo American hat von Northern Dynasty Minerals eine 50% Beteiligung am Pebbles Projekt erworben, unter der Bedingung, in die Exploration, Genehmigung und Entwicklung des Projektes zwischen 1,425 und 1,5 Mrd USD zu investieren. Sie können sich jetzt fragen, ob der Preis von 7,2 Mio US-Dollar für ganz Alaska damals vielleicht doch ein Schnäppchen war.

Die Pebbles Liegenschaften beinhalten Resourcen von 55 Mrd lbs Kupfer und 69 Mio Unzen Gold in den Kategorien „measured and indicated“, sowie zusätzliche 25 Mrd. lbs Kupfer sowie 40 Mio Unzen Gold in der spekulativen Kategorie „inferred“. Allein das Kupfer hat zu heutigen Preisen einen Gegenwert von mehr als 250 Mrd. USD, dazu käme noch Gold im Wert von ca 150 Mrd USD. Damit liegt der Wert der Resourcen der Pebbles-Liegenschaften weit über der Staatsverschuldung von Griechenland. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um ein einziges Projekt in Alaska!

Natürlich sind die Resourcen noch nicht sofort abbaubar, und zur weiteren Exploration, zur Erschließung und zur Produktion sind noch massive Investitionen notwendig, doch wird das gesamte Projekt (wohl auch als Folge der Krise aufgrund der massiven Staatsschulden) aktuell nur mit knapp 1 Mrd USD bewertet, also ein Abschlag von ca.33% gegenüber der Summe, die Anglo American investieren muss, um seinen 50% Anteil am Projekt zu halten…

Im Oktober gab es erfreuliche Nachrichten zum Pebbles Projekt, als der Supreme Court von Alaska, gegen Einwände von Umweltschützern, welche eine Gefahr für die Brutstätten der Lachse in dieser Region befürchten, die Explorationsgenehmigungen auf Pebbles für rechtmäßig erklärt hat und ferner erklärt hat, dass bislang kein Schäden an der Umwelt nachweisbar wären.Auch das Management der Pebbles-Partnerschaft legt großen Wert darauf, dass neben den wirtschaftlichen Aspekten auch die Umwelt nicht über Gebühr belastet wird.

Die ersten Explorationen haben kurz nach der Jahrtausendwende begonnen, Ziel für das Jahr 2012 ist nun die vorläufige Machbarkeitsstudie abzuschließen und die abschließenden Umweltgenehmigungen für das Projekt einzuholen. Dabei legt man wert auf eine Co-Existenz von Natur und Bergbau und will damit zeigen, dass sich wirtschaftlicher Bergbau und der Erhalt der einzigartigen Natur in Alaska nicht ausschließen müssen. Ein Produktionsbeginn ist allerdings nicht vor 2016 zu erwarten, wobei eine gesamte Entwicklungszeit von 15 Jahren für ein derart großes Projekt nicht unüblich ist.