Fachkräftemangel in der Bergbauindustrie

In den letzten Monaten wurden zahlreiche Presseartikel veröffentlich, in denen die Bergbau-Konzerne darüber berichtet haben, wie schwierig sich die Suche nach geeigneten Fachkräften gestaltet. Wo liegt nun das Problem im Detail? Gibt es zu wenig Arbeitskräfte, die in den Minen arbeiten wollen, mangelt es an Qualifikation oder fehlt es schlicht an Erfahrung, um weiterführende Stellen adäquat zu besetzen?

Gerade in Australien, aber zunehmend auch in anderen wichtigen Bergbaunationen wie Kanada oder den Südamerikanischen Andenstaaten konnte man an der Lohnentwicklung feststellen, dass es nicht mehr einfach ist, qualifiziertes Personal zu finden. Das scheint bei Arbeitslöhnen von umgerechnet mehr als 30 Euro/Stunde und Jahreseinkommen von ca. 80.000 Euro in Australien für "einfache" Minenarbeiter zunächst verwunderlich.

Mit dem Anstieg der Rohstoffpreise in den letzten 7 Jahren hat sich auch das Produktionsniveau erhöht, so das immer mehr qualifizierte Arbeitskräfte benötigt werden, um den Ausbau der Minen zu stemmen und die Produktion am Laufen zu halten.

Warum tuen sich die Konzerne trotzdem so schwer, geeignetes Personal zu finden?

Nun, zum einen stehen Länder wie Australien oder Kanada wirtschaftlich gut da, die Arbeitslosenquote ist niedrig und die Jobs in der Bergbau-Industrie liegen in der Regel nicht am Stadtrand der großen Metropolen, sondern mehrere hundert Kilometer im "Outback". Tatsächlich gibt es zahlreiche Bewerbungen für Jobs auf jeder Hierarchieebene, und der Kampf um gut bezahlte Jobs für Stellen, die keine Qualifikation benötigen ist hoch. Das Problem liegt in den mangelnden Fähigkeiten, der mangelnden Ausbildung sowie der fehlenden Erfahrung der Bewerber.

Qualifizierte und erfahrene Bergbau-Ingenieure und Geologen werden gesucht. Es ist in Australien nicht ungewöhnlich, dass ein Ingenieur beinahe täglich von einem unterschiedlichen Headhunter angerufen wird. Für die Absolventen solcher Studiengänge sieht der Arbeitsmarkt bei weitem nicht so rosig aus, obwohl in den Zeitungen und im Internet zahlreiche Stellen für Bergbau-Ingenieure ausgeschrieben sind, gestaltet sich der Einstieg in die Branche ohne entsprechende Berufserfahrung mitunter äußerst schwierig.

Es ist absehbar, dass sich der Mangel an qualifizierten und erfahrenen Ingenieuren und Managern in der Bergbau-Industrie noch verschärfen wird, da viele Positionen aktuell von Mitarbeitern jenseits des 50. Lebensjahrs besetzt sind? Wie können Mitarbeiter gefunden werden, die sich mit den neuen Technologien und der Automatisierung im Bergbau auskennen?

Zum einen ist hier die Bergbau-Industrie selbst gefragt, in dem sie jungen Ingenieuren und Geologen die Möglichkeit gibt, hinreichend schnell neben oder nach dem Studium die notwendigen Erfahrungswerte zu sammeln. Zum anderen muss man sich fragen, ob die entsprechenden akademischen Ausbildungen reformiert werden müssen, wenn sich der Berufseinstieg für die Absolventen so schwierig gestaltet. Um diese Lücke zu schließen und dem Arbeitsmarkt die Fachleute zur Verfügung zu stellen, die dringend benötigt werden, ist eine gemeinsame Anstrengung notwendig.

Ihr Manuel Giesen

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