Endzeitstimmung an der kanadischen Venture-Börse?

Die Börse in Kanada ist eines der Zentren für die Finanzierung der weltweiten Bergwerksindustrie. Es ist vor allem die Heimat vieler kleinerer Unternehmen, die auf allen Kontinenten auf der Suche nach Bodenschätzen sind. Für diese Gesellschaften, die noch über keine etablierte Produktion und damit Cashflow verfügen, ist es eminent wichtig, an frisches Kapital zu kommen – anders lassen sich die jahrelangen Aufbauarbeiten eines Bergbauprojektes nicht finanzieren.

Viele Jahre lang hat dies in Kanada, unter anderem an der TSX Venture Exchange, sehr gut funktioniert. Doch in den vergangenen Jahren haben sich die Umstände entscheidend geändert, was dazu geführt hat, dass heute viele Unternehmen nicht mehr in der Lage sind, Gelder aufzunehmen. Das liegt aber nur bei einem Teil der Rohstoff-Explorateure an einer mangelnden Qualität der Projekte. Viele Gesellschaften werden schlicht Opfer widrig gewordener Umstände, vor allem der Risikoaversion zahlreicher Investoren nach den vielen Finanzmarktkrisen der vergangenen Jahre, obwohl sie an interessanten Projekten arbeiten. Der Zusammenbruch des US-Marktes für Immobilienkredite hat auch im Rohstoffsektor nach und nach seine Spuren hinterlassen.

Finanzmarktexperten wie Don Mosher, einer der Gründer von B+D Capital Partners und seit mehr als einem Vierteljahrhundert am Markt aktiv, sehen hierin mittlerweile ernsthafte Bedrohungen für die kanadische Wirtschaft. Mosher warnt davor, dass der Venture-Capital-Markt für die in Kanada notierten Gesellschaften endgültig zusammenbrechen könnte. Das würde tausende Jobs in dem Land bedrohen und sich negativ in der Wirtschaftsleistung des Landes niederschlagen.

Viel Zeit, um gegenzusteuern, sei nicht mehr vorhanden, glaubt Mosher, der deutlich sichtbare Auswirkungen der Krise bereits in diesem Jahr sieht. Das geht einher mit Warnungen vieler Experten, dass hunderten von Unternehmen aus der Junior-Minenbranche, die an der TSX Venture Exchange notieren, in diesem Jahr das Geld ausgehe. Neue Finanzierungen sind kaum möglich, das Geld bei Investoren sitzt alles andere als locker.

Dass es zu dieser Krise gekommen ist, liege auch an den immer strenger werdenden Regulierungsvorschriften, glaubt Mosher. Neue Regelungen, die in Kürze in Kraft treten sollen, werden diese Probleme laut Meinung des Experten noch verschärfen, weil immer weniger Investoren die Möglichkeit haben, Kapitalerhöhungen junger Explorationsunternehmen zu zeichnen. Das treibt Mosher in einem Interview mit "The Gold Report" auf die Palme: Niemand schere sich darum, wenn Apple zu 700 Dollar an Kleinanleger verkauft werde und anschließend deutlich abstürze. Im Risikokapitalmarkt dagegen sei es quasi niemandem mehr erlaubt, noch mitzuspielen, so Mosher. Einer seiner Hauptkritikpunkte sind auch die hohen Kosten für Unternehmen, die an die Börse wollen bzw. über Kapitalerhöhungen oder Optionsscheinemissionen Gelder von Investoren einwerben wollen.

Und so tritt der Experte, der auch einer der Initiatoren der Internetseite "venturecrisis.org" ist, für eine radikale Kehrtwende ein. In der Verantwortung für die Krise sieht Mosher vor allem Banken und Politiker. Man müsse nun dringend wieder die verloren gegangene Effizienz in den Markt bekommen. Gelingt dies nicht, droht nicht nur der kanadischen Bergbauindustrie großer Schaden. Längst wird vielstimmig davor gewarnt, dass aktuelle Neuentdeckungen von Rohstoffvorkommen nicht ausreichen, um zukünftig die Nachfrage weltweit zu bedienen. Das Finanzierungsproblem kleiner Rohstoffunternehmen an der kanadischen Börse ist hierbei ein wesentlicher Teil dieser Misere.

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