Wettrennen um Lateinamerikas Bodenschätze

Wettrennen um Lateinamerikas Bodenschätze

Die Aussichten auf einen lang anhaltenden Boom vor allem in Staaten wie China und Indien haben in den vergangen Jahren im Bergbausektor hohe Investitionen in Gang gesetzt. Die Branche benötigt einen langen Vorlauf, um eine höhere Nachfrage nach Bodenschätzen aus der Industrie und dem privaten Sektor zu begegnen. Bis ein Bergwerk produziert, gehen viele Jahre ins Land, in denen vermessen, gebohrt, studiert und gebaut wird.

Da allerdings viele Gebiete in klassischen Bergbauregionen wie Australien oder Kanada bereits gut erforscht sind, haben sich die Unternehmen der Branche verstärkt auch in anderen Regionen umgeschaut. Afrika gilt als unterexploriert und chancenreich, hat demzufolge in den vergangenen Jahren mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das gilt allerdings auch für Lateinamerika, obwohl es dort regional immer wieder zu großen Protesten gegen Bergbauprojekte kommt und in einzelnen Staaten hohe politische Risiken zu beachten sind.

Dennoch haben internationale Konzerne in den vergangenen Jahren viele Milliarden Dollar in lateinamerikanische Rohstoffprojekte investiert. Das zeigt beispielhaft eine Statistik für kanadische Unternehmen, die in Lateinamerika bereits einige Dutzend produzierende Projekte betreiben und weitere knapp zwei Dutzend bauen. Experten schätzen, dass allein kanadische Unternehmen in der Region knapp 19 Milliarden Dollar umsetzen. Die größten Teile der Gesamtsumme fallen dabei aber auf lediglich fünf Länder: Chile, Mexiko, Argentinien, Peru und Brasilien – der Rest folgt mit weitem Abstand, was aber erst einmal nichts über die Potenziale der Länder aussagt.

Die Folge der Investitionen in den vergangenen Jahren, nicht nur durch kanadische Gesellschaften, sind immense Sprünge in der Produktion einiger Bodenschätze in den Ländern der Region. So haben sich zum Beispiel Chile und Peru in den vergangenen Jahrzehnten an die Spitzen der Kupferproduzenten katapultiert. Eine weitere wichtige Rolle spielt das Gold: Gleich vier Länder Lateinamerikas gehörten laut U.S. Geological Survey im Jahr 2012 zu den Top 14 Produzenten weltweit. Vor allem in Peru ist eine bedeutendere Goldförderung zu finden, wenngleich keines der vier Länder zur absoluten Spitzengruppe zählt.

Doch nicht nur bei diesen stark im Fokus stehenden Bodenschätzen nehmen die Länder Lateinamerikas eine sehr wichtige Rolle ein. Große Teile der weltweiten Lithiumproduktion zum Beispiel stammen aus der Region. Der Rohstoff steht zwar an der Börse kaum im Fokus, nimmt aber tatsächlich eine wichtige Rolle bei Zukunftstrends ein, so unter anderem in der Elektromobilität als Bestandteil von Akkus. Hier haben insbesondere sekundäre Lagerstätten in Form von Salzseen große Bedeutung, in denen Lithiumsalze zu finden sind. Eines der wichtigsten Vorkommen dieser Art ist der Salar de Atacama in der chilenischen Atacama-Region nahe der Grenze zu Bolivien.

Vor diesem Hintergrund wird klar, warum sich nicht nur kanadische Unternehmen für Investitionen in Südamerika interessieren. Unter anderem die EU und China befinden sich ebenfalls im Rennen um die Rohstoffreserven der Region, die vielfach auf ausländische Investitionen angewiesen ist, um die Bodenschätze zu heben. So hat Deutschland zum Beispiel im Januar ein Rohstoffabkommen mit Chile unterzeichnet. Man will im Bergbau enger zusammen arbeiten. Für Deutschland als rohstoffarmes Land, dafür führend in der Bergbautechnik, ist das ein sicher lohnender Schritt.

Quelle: http://cidpnsi.ca/blog/portfolio/canadian-mining-investments-in-latin-america/

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