Ecuador: Vollzieht sich eine Wende im Bergbau?

Viele Jahre war die politische Situation in Ecuador eher unruhig. Präsidenten kamen und gingen. Seit 2007 ist der Sozialist Rafael Correa im Amt. Vor wenigen Tagen ist er mit 57 Prozent der Stimmen für eine weitere vierjährige Amtszeit wiedergewählt worden. In seinen ersten Amtsjahren ist der 49jährige nicht unbedingt als Freund der Bergbauunternehmen aufgefallen. Eine Reihe von Bergbaugesellschaften hat sich zuletzt aus dem Land zurückgezogen. Es gab zu viele Unsicherheiten, lokale Bewohner haben Projekte mit ihren Protesten verhindert, Umweltgruppen haben an Einfluss gewonnen.

Correa hat nach seiner Wiederwahl jedoch ein klares Bekenntnis zum Bergbau abgeben, obwohl er dabei große Bauchschmerzen hat. Er macht deutlich, dass er den Bergbau eigentlich nicht mag, dies gilt vor allem für den offenen Tagebau. Gleichzeitig erkennt er jedoch an, dass in seinem von Armut geprägten Land der Bergbau eine Chance darstellt, die Bevölkerung besser zu versorgen. Er will die Bergbaugesetze verändern und unternehmensfreundlicher gestalten. Auch an der Steuerpolitik soll sich etwas ändern. Bergbaukonzerne sollen erst dann Steuern zahlen, wenn sich ihre Investitionen ausgezahlt haben. Mit diesen Mitteln will Correa ausländische Investoren in sein Land locken.

Die Bergbaukammer des südamerikanischen Landes schätzt, dass im dortigen Erdreich Rohstoffe im Wert von 220 Milliarden Dollar zu finden sind. Aufgelistet werden dabei unter anderem fast 40 Millionen Unzen Gold. Doch dies können nur grobe Schätzungen sein, da große Gebiete bisher unerforscht sind.

Gold, Silber und Kupfer stehen bei der Rohstoffförderung zunächst im Fokus. Mindestens drei große Projekte sollen zeitnah in Angriff genommen werden. Mit Codelco aus Chile hat sich die Regierung über das Vorgehen auf dem Projekt von Junin geeinigt. Dies soll eines der größten Kupferareale des Kontinents sein. Im zweiten Halbjahr könnten die Bohrarbeiten in der Region beginnen. Bisher haben die Chilenen auf Junin 4 Millionen Dollar investiert, in den kommenden Jahren stehen bis zu 30 Millionen Dollar für Explorationsarbeiten bereit.

Dies sind jedoch kleine Summen im Vergleich zu anderen Projekten, die auf der Agenda des Präsidenten stehen. Mit Ecuacorriente aus China hat man ein Investitionsprogramm über 1,6 Milliarden Dollar vereinbart. Damit soll in den kommenden fünf Jahren die Kupfermine von El Mirador gebaut werden. Kinross Gold soll 1,2 Milliarden Dollar in das Goldprojekt von Fruta del Norta stecken. Bis August muss sich Kinross entscheiden, ob die Pläne fortgeführt werden.

Weitere Investoren haben sich zuletzt positiv über die neue Regierungsstrategie geäußert. So werde das Risiko für ausländische Bergbaukonzerne geringer, ist am Markt zu hören. Ganz verschwunden ist es jedoch sicherlich noch nicht.

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