Bristow warnt Afrikas Politik

Auf dem afrikanischen Kontinent wird seit langer Zeit Bergbau betrieben, schon seit Generationen sind die Bodenschätze unter anderem in den Ländern Europas begehrt – zunehmend nun auch in Asien, vor allem in China. Dennoch gelten weite Teile Afrikas als wenig entwickelt, was den Bergbau angeht. Klammert man einmal Südafrika aus, so sinkt die Wirtschaftsleistung der afrikanischen Bergbaubranche dramatisch.

Dabei bietet Afrika eigentlich gute geologische Voraussetzungen für den Bergbau. Es gibt reiche Vorkommen einer Vielzahl von Rohstoffen, unter anderem Öl und Gas, Edelmetalle, Kohle und Bauxit. Doch vielfach wird die Erkundung und der Abbau durch mannigfaltige Probleme behindert. Neben Kriegen und anderen Konflikten sind hier vor allem politische Instabilitäten und ein insgesamt schwaches Bildungsniveau zu nennen. Ein wesentlicher Faktor ist zudem die oftmals nur mangelhaft aufgebaute Infrastruktur. Dies macht vor allem die Energieversorgung und, in erster Linie in den zahlreichen afrikanischen Binnenstaaten, den Transport von Material und Rohstoffen schwierig. Gegenüber dem Rest der Welt muss der zweitgrößte Erdteil aufholen, doch insgesamt lässt die Entwicklung zu wünschen übrig.

Auf einer großen Konferenz im südafrikanischen Kapstadt wurde die Kritik an den afrikanischen Politikern wieder einmal deutlich. Im Rahmen der Veranstaltung hat sich der Chef von Randgold Resources, Mark Bristow, mit klaren Worten an die Regierenden gewandt. Afrika konkurriere mit anderen Regionen der Welt um Investorengelder und müsse daher aufpassen, nicht durch schlecht gemachte neue Gesetze weiter ins Hintertreffen beim Rennen um Investitionen zu geraten. Viele Wettbewerber des Kontinents haben bereits jetzt entscheidende Vorteile, zum Beispiel bei der Infrastruktur oder bei der Ausbildung von Arbeitskräften.

Vor diesem Hintergrund könnte Afrika trotz interessanter Bodenschätze weiter Probleme haben, dringend benötigte milliardenschwere Investitionen anzuziehen – auch, weil sich die Staaten mit neuen Gesetzen einen größeren Anteil vom Rohstoffreichtum sichern wollen. Dies ist angesichts der desolaten finanziellen Lage vieler afrikanischer Staaten ein nachvollziehbares Ziel, an dem die Rohstoffbranche nicht ganz unschuldig ist. Man wirbt gerne mit den optisch niedrigen Cashkosten der Produktion, lässt damit aber wesentliche Kostenpositionen und Kostenrisiken außen vor. So wird eine Profitabilität vorgegaukelt, die es in dieser Höhe gar nicht gibt. Das ist vielleicht kurzfristig gut für den Aktienkurs, weckt aber zugleich bei anderen Interessensgruppen Begehrlichkeiten. Schon länger fordern Großinvestoren auf, dass die Rohstoffbranche hier ihre Praxis ändert und transparenter agiert.

Aus der Branche ist vermehrt Kritik an der Politik zu hören. Das beschränkt sich nicht auf Afrika. In Australien zum Beispiel kam es zu heftigen Streitereien zwischen Politikern, Industrieverbänden und Bergbauunternehmen um eine neue Steuer, ebenso um die Bürokratie rund um das Minengeschäft.

Nicht nur in Afrika sieht sich die Branche also steigenden politischen Risiken und Herausforderungen gegenüber. Diese steigen rund um den Globus, sei es in Form neuer Umweltbestimmungen oder zunehmend komplizierter werdender Genehmigungsprozesse. Doch dies sind "nur" die kleineren Übel im Vergleich zu aufkommenden Nationalisierungstendenzen, wie sie zum Beispiel in Teilen Lateinamerikas oder auch in der Mongolei zu sehen sind. Fazit: Der Bergbau bleibt weltweit eine risikoreiche Branche – in einigen Teilen der Welt trifft dies aber besonders zu. Wer in den Sektor investieren will, sollte daher stets auch die politische Lage im Blick behalten.

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