Noch fehlen die harten Fakten, doch Silber ist in diesen Tagen in Indien fast ebenso beliebt wie Gold. Während der großen Festivitäten rund um das Lichterfest entscheiden sich viele Konsumenten für den Kauf von Silber. Gold ist ihnen zu teuer, gute Silberwaren werden im Einzelhandel verstärkt nachgefragt, wie aus verschiedenen indischen Quellen zu hören ist. Während im vergangenen Jahr in der Festivalsaison der Preis für Silber steil nach oben gegangen ist, und damit viele potenziellen Käufer abgeschreckt hat, ist der Kurs in diesem Jahr auf gleichem Niveau geblieben. Das lockt Käufer an und sorgt für neue Rekorde. Silber kostete 2011 im Schnitt 35,22 Dollar je Unze, derzeit liegt der Preis bei etwa 32,60 Dollar.

Wie sehr Silber in Indien zum Investitionsvehikel wird, zeigen auch andere Statistiken. Das Volumen beim Silberfuture ist in Indien im Juli um 30 Prozent angestiegen. Spekulanten und der weltweite Trend haben dafür gesorgt. Beim Goldfuture ist das Volumen gleichzeitig um 10 Prozent gesunken. Zudem hat der Silberpreis in den vergangenen zwei Monaten rund 20 Prozent besser abgeschnitten als die Goldnotierung.

Trotz dieser für das Gold eher negativen Zahlen hat sich der Goldtrend in Indien gedreht. Zumindest im dritten Quartal übernimmt das Land wieder die Führungsposition am weltweiten Goldmarkt. Die Nachfrage wächst um 9 Prozent auf 223 Tonnen an. China, das eigentlich an der Spitze erwartet worden ist, kommt nur auf 177 Tonnen, das ist ein Minus von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beobachter machen die verschiedenen Feste für den zumindest momentanen Umschwung verantwortlich. Somit müssen auch Goldhändler in Indien in diesen Tagen nicht enttäuscht sein.