Der US-Aluminiumhersteller wird heute Abend nach Börsenschluss traditionell als erstes Unternehmen die Quartalszahlen für das abgelaufene Quartal vorlegen. Die Erwartungen der Analysten fallen aufgrund der weiterhin hohen Energiepreise für die energieintensive Aluminiumgewinnung und die gesunkenen Preise für Aluminium eher verhalten aus.

Ein geeigneter Zeitpunkt, um sich etwas näher mit dem Leichtmetall und seiner Verwendung zu beschäftigen. Aluminium ist ein Leichtmetall, was immer dort Verwendung findet, wo es auf Leichtbau und Gewichtsersparnis ankommt. Ein klassischer Anwendungsbereich ist die Luftfahrtindustrie, das Metall hat aber auch zunehmend Einfluss in die Kraftfahrindustrie gefunden, ist aufgrund seiner hohen elektrischen Leitfähigkeit in Überland-Hochspannungsleitungen zu finden und überzieht sich an der Luft mit einer schützenden und isolierenden Oxidschicht. Ein weiteres bedeutendes Anwendungsfeld sind Getränkedosen.

Aluminium ist kein seltenes Element, im Gegenteil, Aluminium ist nach Silizium und Sauerstoff das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Aufgrund seiner hohen Reaktivität und seiner Neigung, schon unter Normalbedingungen durch den Luftsauerstoff zu oxidieren, dauert es jedoch vergleichsweise lange, bis das chemische Element Aluminium entdeckt wurde. Aluminium ist seither als Konstruktionswerkstoff nicht nur aufgrund seines niedrigen Gewichts, sondern auch aufgrund seiner vergleichsweise hohen Festigkeit und seiner guten Verformbarkeit sehr beliebt. Lediglich die Schweißbarkeit von Aluminium ist verglichen mit Stahl deutlich aufwendiger, da für die Verbindung zunächst die isolierende Oxidschicht auf dem Aluminium entfernt werden muss. Durch die Entwicklung geeigneter Fertigungsverfahren wurden diese Nachteile überwunden, so dass klassische Schweißkonstruktionen, wie beispielsweise Automobilkarosserien, inzwischen in hoher Stückzahl und gleichbleibender Präzision aus Aluminium hergestellt werden können.

Eine Vorreiterrolle in diesem Zusammenhang nimmt der deutsche Automobilkonzern Audi ein. Noch leichtere Werkstoffe wie Magnesium oder Kohlefaser finden sukzessive Einzug in den Automobilbau (3L Lupo mit Heckklappe aus Magnesium), oder den Flugzeugbau (Airbus A 350, Leitwerk aus Kohlefaser, Boeing „Dreamliner“ weitestgehend aus Kohlefaser), sind aber sowohl in den Materialkosten, als auch in der Verarbeitung noch deutlich teurer. Andere Hersteller setzen Aluminium zumindest dort ein, wo sich etwas am Fahrzeug bewegt, um die (für die Dynamik besonders wichtigen) bewegten Massen möglichst gering zu halten. Ein klassischer Anwendungsbereich sind hier Aluminiumfelgen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich Elektrofahrzeuge mittel- bis langfristig durchsetzen können. In naher Zukunft versuchen die Automobilhersteller (inzwischen äußerst erfolgreich) ihren Flottenverbrauch dadurch zu reduzieren, dass sie das Fahrzeuggewicht gegenüber dem Vorgängermodell reduzieren. War in der Vergangenheit zu beobachten, dass die Fahrzeuge aufgrund von zusätzlichen Komfort- und Sicherheitsausstattungen von Generation zu Generation schwerer wurden, so scheint hier der Zenit inzwischen überschritten. Ob im Kleinwagensegment (Ford konnte beim aktuellen Fiesta das Gewicht gegenüber dem Vorgänger um ca. 100kg reduzieren), oder bei den schweren SUV (Audi hat angekündigt, dass der Q7 Nachfolger bis zu 400kg leichter als das Vorgängermodell werden soll), diese Gewichtsersparnis wird ohne den verstärkten Einsatz von Aluminium und anderen leichten Konstruktionswerkstoffen nicht möglich sein.

Aluminium wird meiner Einschätzung nach als Werkstoff in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen. Das Angebot an Erzen für die Aluminiumgewinnung ist nicht knapp, jedoch lohnt sich bei den aktuellen Preisen eine entsprechende Exploration nach Bauxit nicht, was mittel- bis langfristig zu einer Angebotsverknappung führen könnte (bis dieser vorrübergehende Engpass dann behoben ist, können gut und gerne 5-8 Jahre vergehen). Auch wenn die kurzfristige Perspektive für Aluminium nicht besonders positiv ist, so sehe ich den langfristigen Ausblick sehr positiv.

Ihr Manuel Giesen


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