Bis zum Jahresende soll der Goldpreis auf 1.825 Dollar je Unze ansteigen. Das ist die Erwartungen der Analysten der Postbank. Über zwölf Monate hinweg sind die Bonner Experten noch etwas optimistischer. Bis dahin sehen sie einen Goldpreis von 1.900 Dollar je Unze voraus. Drei Gründe sprechen nach Ansicht der Analysten für den weiter steigenden Kurs: Investoren haben Angst vor Inflation, die Zinsen bleiben niedrig und eine Reihe von Notenbanken kauft kräftig Gold ein.

Dieses Verhalten der Notenbanken ist seit Anfang 2009 zu beobachten. Bis dahin haben Zentralbanken Gold vor allem verkauft, seitdem stehen sie auf der Käuferseite. Besonders kleinere Länder und Schwellenländer gehören zu den Käufern, man will stärker diversifizieren, man setzt nicht nur mehr auf den Dollar als Leitwährung. Im vergangenen Jahr ist jede zehnte Unze Gold in die Schatzkammern der Notenbanken gegangen. Das lässt die Nachfrage spürbar ansteigen. Dieser Trend sollte sich fortsetzen.

Fortsetzen wird sich auch die lockere Geldpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks. In Europa kann die EZB unbegrenzt Staatsanleihen kaufen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. In den USA stehen jeden Monat 40 Milliarden Dollar für solche Käufe zur Verfügung. Die daraus resultierenden Inflationsgefahren lassen Gold als sicheren Hafen attraktiv werden. Damit einher geht das sehr niedrige Zinsniveau, das viele Anlageformen unattraktiv erscheinen lässt. Die Realverzinsung ist bisweilen sogar negativ, das ist ein weiterer Aspekt, der Investoren ins Gold treibt.

Diese Rahmenbedingungen werden sich nach Meinung der Experten vorläufig nicht ändern. Dies kommt dem Gold und dem Goldkurs zugute.