Der Irrglaube vom immensen Verdienst der Goldproduzenten

Betrachtet man die Goldpreisentwicklung der letzten 5 Jahre, so neigt man zu der Annahme, dass durch den im Zeitraum stetig steigenden Goldpreis auch die Gewinnmargen der Goldproduzenten in die Höhe kletterten und die Unternehmen reich und reicher würden.

Nick Holland, Vorstand von Gold Fields, klärte in einem Vortrag auf dem Denver Gold Forum im September 2012, unterlegt durch eine Präsentation, die Hörerschaft über diesen Irrglauben anhand Erhebungen bei den Unternehmen Gold Fields, Anglo Gold Ashanti, Newmont, Harmony, Kinross, Barrick und Newcrest umfassend auf.

Betrachtet man die Bilanzen z.B. der "Big-Seven" – Produzenten, so wird ersichtlich, dass der vermutete Reichtum nicht existiert, was sich folgendermaßen begründet:

Echte Kosten eines Produzenten:

Allgemein ( auch bei den nach Steuermehreinnahmen gierenden Behörden ) werden die Gesamtproduktionskosten ( cash cost ) dem Verkaufserlös gegenüber gestellt. Ein trügerischer Irrtum, denn ein Goldproduzent lebt nur vom frei verfügbaren Kapital und nicht von der Bruttospanne zwischen Produktionskosten und Verkaufserlös. Ein Großteil der Bruttospanne muss aufgewendet werden um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Minengesellschaften haben Rücklagen zu bilden für die Schließungskosten einer Mine, müssen neue Liegenschaften zur Produktionsreife entwickeln. Dies alles sind Kosten, die zumeist NICHT in den Gewinndarstellungen enthalten sind und dennoch zu bedecken sind. Wendet ein Produzent diese Mittel nicht auf, so wird zwangsläufig durch den Abbau die Unternehmenssubstanz ausgehöhlt und der Betrieb ist auf Sicht zum Scheitern verurteilt.

Betrachtet man die statistische Kosten- und Erlösentwicklung der letzten 5 Jahre, so wird begreiflich, dass die sich der "Reichtum" der Unternehmen keinesfalls gemäß dem bei Investoren ( aber auch bei Steuerbehörden ) so beliebten Berechnungsmodells der Bruttospannenkalkulation entwickelt hat.

Grade der Vorkommen:

Als weiterer Kostentreiber gilt der Umstand, dass die durchschnittlichen Grade der Neufunde ebenfalls seit Jahren kontinuierlich sinken.

Damit verbunden stehen dem Unternehmen auch höhere Findungskosten pro Unze Gold aber auch höhere Produktionskosten ins Haus. Dies trägt folgerichtig ebenfalls zur Gewinnschmälerung bei. Die Steigerungen bei den Produktionskosten pro Tonne von jährlich rd. 12% zeigt ebenfalls eine Größenordnung, die in vielen Kalkulationen vernachlässigt wird.

Somit verbleiben tatsächlich insgesamt nur knapp über 20% vom Umsatz als freies Kapital in den Taschen der Goldproduzenten ( siehe Chart 1 ). Weit weniger, als vielfach angenommen. Natürlich geht es den Gold produzierenden Unternehmen überwiegend gut, doch gesamtwirtschaftlich betrachtet wachsen auch in dieser Branche nicht die Bäume in den Himmel.

Quelle Bilder: Präsentation Goldfields, Denver 2012

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