Die Lage auf den Platinminen in Südafrika beruhigt sich nicht. Im Gegenteil. Die Streikwelle greift mehr und mehr auch auf die Goldminen in der Region von Rustenburg, nördlich von Johannesburg, über. Inzwischen sind drei Gesellschaften von den Ausständen stark betroffen: Lonmin, Anglo Platinum und Gold Fields. Beobachter in Südafrika schätzen, dass der Streik die Gesellschaften bisher rund 120 Millionen Euro gekostet hat. Vor allem für Lonmin ist dies ein Problem, da der Gewinn zuletzt schon geschrumpft ist.

Ein Ende der Streiks ist noch längst nicht in Sicht, sie scheinen sich sogar noch auszuweiten. Auf einer Versammlung im Stadion von Rustenburg haben mehrere tausend Arbeiter ihre Streikbereitschaft bekundet. Sie waren mit Stöcken und Speeren ausgestattet, was die Furcht vor gewaltsamen Auseinandersetzungen steigert. Allerdings betonen die Streikführer, dass sie einen friedlichen Ausstand anstreben. Ein Streikführer rief die Arbeiter auf, ab Sonntag alle Platinminen des Landes zu bestreiken. Durch den nationalen Streik wollen die Arbeiter ihre Forderungen nach deutlichen Lohnerhöhungen durchsetzen.

Der Streik hat inzwischen eine nationale Bedeutung. Viele Arbeiter bekunden damit zugleich ihr Missfallen gegenüber der Regierungspartei ANC. Sie beklagen, dass sich die Situation für Schwarze seit der Machtübernahme durch den ANC zu wenig gebessert hat. Der Streik hat somit längst nicht nur finanzielle Gründe, er entwickelt sich zur Machtdemonstration gegen die Regierung. Wie dies ausgeht, ist unklar. Möglicherweise könnte sie sogar Präsident Zuma den Job kosten. Es stehen ihm und dem Land noch unruhige Wochen bevor.