Erst vor kurzem habe ich in einem Bericht erwähnt, wie wichtig eine gute Infrastruktur für den Bergbau ist. Man muss neben Straßenanbindung auch eine vorhandene Wasserversorgung haben. Denn ohne Wasser kann keine Rohstoffmine in Betrieb genommen werden. Das sieht bei der Stromversorgung nicht anders aus, was ich an einem aktuellen Beispiel noch mal verdeutlichen möchte.

Rio Tinto plagt ein Stromproblem, das nicht so leicht zu lösen ist. Die große Gold-Kupfer-Mine, Oyu Tolgoi, in der Mongolei hat noch keinen Stromanschluss. Da man mit der mongolischen Stromanbindung nicht vorankommt, werden alternativ Gespräche mit den Chinesen geführt. Man hofft dadurch auf eine eventuell schnellere Lösung.

Derzeit wird der für den Bau der Mine benötigte Strom in der Mongolei mit Dieselgeneratoren erzeugt. Obwohl kostspielig, ist es die bislang einzige Möglichkeit für das Unternehmen sich mit Energie zu versorgen. Allerdings kann dies keine Option für den Betrieb der neuen Mine sein. Rio Tinto gibt an, das 2013 mit der Produktion von Gold und Kupfer begonnen werden soll. Ohne ausreichend dimensionierte Stromzufuhr wird sich dieses Vorhaben allerdings verzögern und somit noch mehr Geld verschlingen.

Auch in Mosambik hat, als weiteres Beispiel, das brasilianische Unternehmen Vale enorme Probleme bei seinem Moatize Kohleprojekt. Dort ist die Förderung der Kohle zwar schon angelaufen, und man konnte auch bereits etwas Kohle exportieren.

Um die Kohle jedoch in großen Mengen an den Verbraucher zu bringen, benötigt man in Mosambik dringend ein intaktes Schienennetz mit ausreichenden Kapazitäten. Da Vale für die wachsende Nachfrage aus Asien gerüstet sein will,sollen ab 2013 bereits bis zu 11 Millionen Tonnen an Kohle gefördert werden. Die weitere Planung sieht vor, dass man diese Ausbeute bis 2017 auf 22 Millionen Tonnen Kohle noch mal verdoppeln möchte.

Es ist verständlich, dass Vale diese Kohle nicht abbauen und auf Halde lagern kann. Das Unternehmen muss viel Geld in den Ausbau der Infrastruktur pumpen, sonst wird man die zukünftigen Abnehmer nicht bedienen können. Im schlimmsten Fall könnte das Projekt sogar scheitern. Eine gigantische Summe von 4,5 Milliarden USD steht für den Ausbau der Bahnlinie zum Hafen im Raum. Hinzu kommt, dass der Hafen viel zu klein dimensioniert ist und Vale für dessen Ausbau zusätzliche Investitionen berücksichtigen muss.

Wie die Beispiele zeigen, kann fehlende oder unterdimensionierte Infrastruktur ein Unternehmen sehr teuer zu stehen kommen. Firmen wie Rio Tinto oder Vale haben bekanntlich eine große Kriegskasse, aus der solche Vorhaben gestemmt werden können, bei kleineren Explorern kann dies jedoch zu existenziellen Problemen führen. Wieder einmal zeigt sich sehr deutlich, dass eine gute Infrastruktur für einen erfolgreichen Unternehmensaufbau mindestens ebenso wichtig ist, wie eine wertvolle Ressource und ein gutes Management.