Wenn man sich die jüngsten Statistiken aus den USA ansieht, kommt der Gedanke auf, dass Silber bald knapp werden könnte. Im Mai haben die US-Unternehmen 14 Prozent weniger Silber gefördert als im Vorjahr. Die Produktion sinkt von 3,19 Millionen Unzen auf 2,73 Millionen Unzen. Im Jahresverlauf sieht die Statistik sogar noch düsterer aus. Von Januar bis Mai fällt die Silberproduktion um 63 Prozent zurück. Lag sie vor einem Jahr noch bei rund 36 Millionen Unzen, werden für die ersten fünf Monate 2012 nur noch 13,2 Millionen Unzen gemeldet. Das klare Minus geht jedoch vor allem auf Einmaleffekte zurück. So hat Hecla Mining eine große Mine vorläufig schließen müssen, auch bei anderen Minen gab es Probleme.

Das Minus kann jedoch durch Importe aufgefangen werden. Insgesamt führen die USA in diesem Zeitraum rund 77,1 Millionen Unzen Silber ein. Diese haben einen Wert von fast 2,6 Milliarden Dollar. Dabei legt man sich nicht auf einen ganz großen Partner fest. Silberlieferungen kommen aus der ganzen Welt, selbst Belgien und Italien stehen auf der Liste.

Und noch ein Aspekt zeigt, dass das Förderminus in den USA durch andere Nationen ausgeglichen werden kann. Der Silberpreis ist in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls klar gesunken, das Minus beträgt 22 Prozent. Wäre Silber wirklich knapp geworden, hätte der Preis zugelegt. Doch der Rückschlag in den USA kann derzeit noch problemlos vom Markt aufgefangen werden.