Jahrelang war Kali aus dem Blick der Investoren verschwunden. Kostete die Tonne Dünger vor Jahren noch rund 1.000 Dollar, sank der Preis in der Folge auf weniger als 400 Dollar ab. Die steigende Weltbevölkerung und der Hunger nach landwirtschaftlichen Produkten lassen die Preise für Mais, Weizen und Co. steigen. Landwirte erkennen, dass sie am Markt wieder mehr verdienen können und intensivieren ihre Arbeit. Dazu zählt auch, wieder verstärkt auf Düngemittel zu setzen. Dies treibt den Kalipreis in neue Höhen. Innerhalb eines Jahres ist er in den USA von 380 Dollar je Tonne auf 575 Dollar je Tonne gestiegen, mit weiter steigender Tendenz.

Noch wird der Kalimarkt von Kanada und Russland beherrscht, dort sitzen die größten Produzenten. In beiden Ländern werden auch neue Explorationen getätigt, die Eröffnung neuer Minen gilt als sicher. Doch es sind längst nicht mehr nur diese beiden Länder, die den Markt künftig beherrschen werden. Sowohl in Afrika als auch in Brasilien gibt es starke Initiativen, neue Kalilagerstätten zu finden. Brasilien ist dabei besonders an guten Funden interessiert, ist das Land doch neben Indien, den USA und China der größte Kalinachfrager. Entsprechend stark sind die Initiativen der Regierung, mehr auf Selbstversorgung zu setzen.

Die Explorationstätigkeiten in Afrika werden am Markt nicht nur positiv gesehen. So gehört Äthiopien zu den aufgehenden Sternen am Kalihimmel, hier laufen viele Aktivitäten. Doch die Arbeiten sind schwierig, die potenziellen Funde sind oftmals in weit entfernten Regionen, einige sogar in Wüstengebieten, die Infrastruktur ist schwach oder gar nicht vorhanden: Wasser stellt ebenfalls ein Problem dar. Das treibt die Kosten in die Höhe und lässt an einer wirtschaftlichen Nutzung der Rohstoffe zumindest in einigen Fällen zweifeln.