Goldaktien sind noch immer zu günstig bewertet. Auch der derzeit fallende Goldpreis kann daran nichts ändern. Es bleiben die Fragezeichen, warum die Kurse der Aktien noch immer nicht zulegen, obwohl das Potenzial da ist. Der Goldexperte John Hathaway von Tocqueville Asset Management glaubt, dass viele Investoren den Blick in die Zukunft scheuen. Derzeit würden fast alle Minen profitabel arbeiten, der Goldpreis von 1.600 Dollar gewährleistet dies. Doch neue Minen und deren Aufbau kosten viel Geld, viele Konzerne fürchten die hohen Investitionen, Anleger haben Angst, dass neue Minen nicht unbedingt profitabel arbeiten werden. Hohe Energiekosten, hohe Arbeitslöhne, schwierigere Bedingungen vor Ort, all dies kann die Kosten nach oben bringen. Daher rät Hathaway den betroffenen Unternehmen, auch nach Akquisitionen Ausschau zu halten. Das verringert die Risiken und drückt die Kosten. Allerdings sollten die Aufschläge nicht unendlich hoch sein, dann würde sich die Strategie nicht mehr lohnen.

Noch ein Aspekt stört den Experten. Die meisten Goldunternehmen zahlen gar keine oder nur eine geringe Dividende. Sie leiten ihre Gewinne nicht an die Aktionäre weiter. Das macht sie nicht unbedingt attraktiv für solche Anleger, die auf eine lukrative Dividende schauen. Hier sollten Unternehmenslenker mehr Mut zeigen und höhere Ausschüttungen vornehmen. Sie könnten durch höhere Kurse und ein stärkeres Investoreninteresse belohnt werden, da sie ihre Aktie noch attraktiver machen.

Auch zum Goldkurs hat Hathaway eine klare Meinung. Im vergangenen Herbst habe der Markt teils zu heftig reagiert, sind die Kurse zu schnell und zu stark nach oben gegangen. Doch die jetzige Situation erscheint ihm nur als vorübergehender Schritt. Für ihn sind Goldpreise von 2.000 Dollar je Unze keine Illusion.