Oft werden Lagerstätten einfach nach dem ökonomisch wichtigsten Bestandteil eingeteilt, wie Goldlagerstätte oder Uranlagerstätte. Andererseits gehen die Methoden der Lagerstättenkunde weit über die unmittelbaren praktischen Bedürfnisse der Rohstoffwirtschaft hinaus und überschneiden sich mit den wissenschaftlichen Disziplinen der Strukturgeologie, Geochemie, Geophysik, Mineralogie, Petrographie, Petrologie, sowie, im Falle biogener Lagerstätten, der Paläontologie. Ziel dieser Untersuchungen ist eine Systematik von Lagerstätten, die nicht nur ökonomisch, sondern auch wissenschaftlich begründet ist.

Lagerstätten werden nach folgenden Kriterien unterschieden

Nach der äußeren Gestalt (Morphologie)

Ein erstes Unterscheidungsmerkmal von Lagerstätten ist ihr Lagerungsverhältnis zum Nebengestein: der Rohstoffkörper kann (ähnlich wie eine magmatische Intrusion) die Gesteinspakete diskordant durchschlagen, oder konkordant ihrer internen Schichtung folgen.

Zweitens unterscheidet man die verschiedenen Arten der räumlichen Ausdehnung:

Schlauchförmige Lagerstätten, wie erzhaltige, vulkanische Schlote, oder die Durchschlagsröhren (englisch: pipes) explosiver Eruptionen, die mit mineralführenden Trümmergesteinen (Brekzien) gefüllt sind, erstrecken sich meist vertikal, oder nahezu vertikal, aus der Tiefe bis zur Oberfläche.

Dort wo mineralisierende Lösungen an Klüften aufwärts steigen, und auf besonders reaktionsfreudige Gesteine treffen, bilden sich zuweilen langgezogene Vererzungen, die oft mehr oder weniger waagerecht verlaufen: die so genannten „Mantos“.

Sehr häufig und wichtig sind plattenförmige Rohstoffkörper, die eine große Ausdehnung in Breite und Länge aufweisen, aber nur eine geringe Dicke (Mächtigkeit). Hierzu gehören nicht nur Gänge, sondern auch Kohle-Flöze und verschiedene schichtige (stratiforme) Lagerstätten. Isometrische Lagerstätten bestehen aus gleichmäßig verteilten Erzmineralen (so genannte Imprägnationen). Auch die in Poren oder Hohlräumen des Wirtsgesteins verteilten Ansammlungen von Erdöl und Erdgas gehören hierher. Wenn die Vererzungen jedoch an kleine, unregelmäßige Gänge und Gangnetze, oder vielfach sich kreuzenden Äderchen gebunden sind, werden sie als Stöcke, Stockwerk, oder Nester bezeichnet.

Auch an den Kontaktflächen von magmatischen Intrusionen mit ihrem Wirtsgestein bilden sich oft unregelmäßige Zonen von Mineralneubildungen, die so genannten Skarne und Greisen.

Nach der Entstehung (Genese)

Sehr viel bedeutender ist die Klassifizierung von Lagerstätten nach ihrer Genese. Dieses Vorgehen ist allerdings mit prinzipiellen Problemen behaftet, denn die Vorstellungen über die Prozesse, die zur Anreicherung bestimmter Rohstoffe in der Erdkruste führen, sind auch heute noch im Fluss, und nicht immer endgültig geklärt. Außerdem ist an der Bildung einer Lagerstätte oft mehr als ein Prozess beteiligt. Bei einer strikten Klassifizierung nach der Genese würde dann ein und dieselbe Lagerstätte mehreren verschiedenen Lagerstättentypen angehören.

Aus diesem Grund bevorzugen manche Lagerstättenkundler eine Nomenklatur, die sich einfach auf das bekannteste Beispiel für einen bestimmten Lagerstättentyp bezieht:

wie Olympic Dam-Typ, Broken Hill-Typ, oder Savage River-Typ, etc. Dieses Verfahren ist jedoch nicht weniger willkürlich, dafür aber weit unanschaulicher.

Andererseits besteht eine kaum zu überbrückende Kluft zwischen dem Bedürfnis der Lagerstättenkundler nach einer möglichst einfachen und klaren Klassifikation, und dem gleichzeitigen Bedürfnis nach einer möglichst vollständigen Erfassung aller beobachteten Fakten. Ein gutes Beispiel liefern hier einige der so genannten schichtgebundenen Lagerstätten (englisch: strata-bound deposits). So, wie die oben erwähnten schichtigen Lagerstätten sind sie an bestimmte stratigraphische Horizonte gebunden: wie z. B. die Uran-Lagerstätten des Colorado-Plateaus in Wyoming an Sandsteine, und die Blei-Zink-Lagerstätten vom Mississippi-Valley-Typ an Karbonatgesteine, wie Riffkalke und Karbonatschlammbänke. Jedoch müssen die Vererzungen selbst nicht schichtförmig sein, sonder können auch gangartige oder unregelmäßige Formen aufweisen.

Bei den meisten dieser Vererzungen geht man davon aus, dass sie sich nach der Ablagerung der Sedimente (epigenetisch) gebildet haben. Trotzdem gibt es bei anderen Hinweisen auf eine gleichzeitige (syngenetische) Bildung, und in manchen Lagerstätten findet man beides. Untersuchungen der Isotopen-Verhältnisse in den verschiedenen Lagerstätten deuten meist auf eine Herkunft der Metalle aus tieferen Erdschichten hin, manchmal aber auch auf Konzentrationen in eingeengten Meeresbecken.

So verwundert es nicht, dass manche Lagerstättenkundler alle diese Lagerstätten unter einen einzigen Oberbegriff subsumieren möchten, während andere praktisch für jede einzelne bekannte Lagerstätte einen eigenen Lagerstättentyp vorschlagen.

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki…

Euer TimLuca