Stahl wird immer teurer. Ein Stahlkonzern nach dem anderen setzt Preisaufschläge durch. Ein globaler Trend, der die Branche aufhorchen lässt. Zuletzt verlangte der japanische Produzent JFE 200 Dollar mehr pro Tonne.

Auch Arcelor-Mittal erhöht. Nun schlägt der europäische Stahlverband „Eurofer“ Alarm. „Eurofer“-Chef Gorden Moffat: „Am Ende werden wir die Rohstoffpreise an unsere Kunden weitergeben müssen.“ Zu Lasten der Endverbraucher, die zum Schluss die Zeche zahlen. Moffat befürchtet vor allem, dass der Trend zu aktuellen Preisanhebungen letztendlich zu einem grundsätzlichen Wandel innerhalb der Brancheund der Abkehr von der Praxis des jährlichen Abschlusses führen würde.

Langfristige Verträge der Stahlindustrie mit ihren Kunden könnten so aber nicht mehr aufrecht erhalten werden so der „Eurofer“-Chef.

Wortführer der Kritiker an dem traditionellen System der Jahresvereinbarungen war bisher der Bergbaukonzern BHP Billiton (WKN: 908101; ISIN: GB0000566504). Unternehmenschef Marius Kloppers: „Der Preis sollte sich durch Angebot und Nachfrage ergeben und nicht dadurch, dass Stahlhersteller und Rohstofflieferanten sich in einen Raum setzen und zu antizipieren versuchen, wie der Preis sich in den nächsten zwölf Monaten entwickeln wird.“ Unterstützung kam vom brasilianischen Eisenerzproduzenten Vale (WKN: 897998; ISIN: BRVALEACNPA3). Der Chef der Eisenmetallsparte von Vale Jose Carlos Martins: „Die vertraglich festgelegten Preise müssen stärker die Preise auf dem Spotmarkt widerspiegeln.“

Das Grundsatzproblem: solange die Preise stabil waren und es keine großen Spotmärkte gab, funktionierte alles. In Zeiten der Krise sieht die Realität anders aus. „Chinesische Unternehmen decken sich zum Beispiel auf dem Spotmarkt ein, weil dies zeitweise billiger war, als den Rohstoff zu den langfristig vereinbarten Konditionen abzunehmen.“ soMartins.