Dass man mit selbst manipulierten Vorgängen gutes Geld verdienen kann, das haben einzelne Banken in der Vergangenheit schon mehrfach bewiesen. Dass bei solchen Aktionen die Banken stets auf der Gewinnerseite, alle anderen Marktteilnehmer auf der Verliererseite stehen, liegt auf der Hand. Ist es doch sehr einfach die Märkte in die Richtung zu biegen, die man als großer Player für seine Vorhaben benötigt. Die Zeche zahlen ohnehin die anderen. Nun, dies hat in der Vergangenheit bereits zu empfindlichen Strafzahlungen der ertappten Sünder geführt.

Augenblicklich wird eine international geführte Untersuchung gegen 10 Topbanken geführt, denen man eben diese Vergehen vorwirft. Im Einzelnen sind dies: HSBC Holdings, Bank of Noca Scotia, Barclays, Credit Suisse Group, Deutsche Bank, Goldman Sachs Group, JP Morgan, Chase, Societe General und UBS. Ihnen wird vorgeworfen den Preisbildungsprozess in London für Gold, Silber, Platin und Palladium beeinflusst zu haben. Als Hauptakteur scheint nach bisheriger Erkenntnis die HSBC zu sein.

Dass es sich um keine regionale Untersuchung handelt zeigt schon die Liste der parallel tätigen Behörden und Interessensvereinigungen: Justizbehörde der USA, Commodity Futures Trading Commission (CFTC) haben sich gemeinsam mit der Schweizer Kartellbehörde und der britischen Finanzbehörde zusammengeschlossen, um den Unregelmäßigkeiten auf die Spur zu kommen.

Ausschlaggebend war das Londoner Silber Fixing Ende August 2014, das angeblich (Unschuldsvermutung) manipuliert worden wäre. Nun verlangen die Untersuchungsbehörden von den verdächtigten Banken alle Unterlagen ihrer Tätigkeiten zu diesem Zeitpunkt. Im dieser Tage veröffentlichten Jahresreport der HSBC wird bereits berichtet, dass man eine Vorladung seitens der amerikanischen Handelskommission CFTC erhalten und gleichzeitig die Justizbehörde die Ausfolgung von Unterlagen verlangt habe.

JP Morgan Report, eine Mediaplattform der beschuldigten Bank, versucht das Thema zu verniedlichen. Manipulationen hatten nie lange Erfolg und hätten nur unwesentlichen Einfluss auf die Preisbildung. Und dennoch, wie können einzelne Investoren gewinnen, wenn die großen Banken die Karten in ihrer Hand halten und damit ihr eigenes Spiel spielen? Und genau darum geht es den untersuchenden Behörden und Organisationen. Nicht unerwähnt soll auch bleiben, dass man auf der Londoner Metallbörse mit März 2015 mittels der ICE Benchmark Administration ein elektronisches System einführt, das das bisherige Londoner Goldfixing ersetzen wird. Bleibt abzuwarten, ob dies in Zukunft den Handelsplatz vor Manipulationen sicherer macht.

Im Moment können Investoren nur zuwarten, was die untersuchenden Behörden alles ans Tageslicht bringen werden. Noch ist alles im Frühstadium der Aufrollung. Aber es besteht Hoffnung für Investoren, dass die geballte Kraft der Behörden den derart agierenden Banken bei Bewahrheitung der Anschuldigungen dementsprechend harte Strafen auferlegen. Ob dies jedoch die Großbanken davon abhalten kann auch in Zukunft mit unredlichen Methoden die Märkte zu schädigen um die eigenen Gewinne zu erhöhen, bleibt abzuwarten. Für Investoren verbleibt auf jeden Fall ein bitterer Nachgeschmack, denn auch wenn eventuelle Strafen hoch ausfallen könnten, für ihre erlittenen Verluste sehen sie keine Kompensation daraus.