Die meisten Marktbeobachter schätzen die Lage für Silber in diesem Jahr eher für bewegungslos verharrend im Bereich von USD 16 bis USD 17 für die Unze ein. Das mag ein wenig enttäuschend klingen, aber es gibt Anzeichen, die auf ein besseres 2015 deuten könnten. Betrachten wir die drei Chancen im Detail.

Trendchance 1: Gold-Silber-Ratio

Erst im vergangenen Herbst hatte Andrew Chanin, Mitbegründer des PureFunds ISE Junior Silver ETF (ARCA:SILJ) geäußert, dass das aktuelle Verhältnis zwischen Gold und Silber schon lange nicht mehr mit dem Abbauverhältnis übereinstimmt und somit eine Korrektur in Kürze zu erwarten sei.

Und damit ist er nicht alleine. Auch der Analyst von Motley Fool, Matt Smith, ist davon überzeugt, dass im Laufe des Jahres 2015 die Gold-Silber-Ratio wieder auf ein gesünderes Niveau im Bereich von 60:1 korrigieren wird. Ausgehend von einem aktuellen Goldpreis in Höhe von rd. USD 1.230 je Unze würde dies für Silber einen Wert von rd. USD 20,50 bedeuten. Somit hätte schon alleine daraus Silber die Chance auf ein rund 24%iges Wachstum in diesem Jahr.

Trendchance 2: Höherer industrieller Bedarf

Völlig klar ist, dass Silber sowohl als Edelmetall, aber auch als Industriemetall am Markt existiert. Und genau dieser Industrieanteil könnte sich in nächster Zeit verstärkt bemerkbar machen, denn wie einer Untersuchung des Silberinstitutes hervorgeht, soll der industrielle Bedarf in den Jahren 2013 bis 2018 um rd. 27% zunehmen. Folglich nimmt man weiters an, dass dieser steigende Bedarf nicht durch die aktuellen Produktionen gedeckt werden kann, was unweigerlich eine Verteuerung dieses für die Industrie so notwendigen Metalles nach sich ziehen wird.

Der Bedarf an grüner Energie, beispielsweise Photovoltaik, den die Wirtschaftsriesen Deutschland, China und Japan bis 2018 auszubauen beschlossen haben, wird zu erwarteten Engpässen im Nachschub führen.

Sieht man sich die Entwicklung neuer Vorkommen an, die stagnierenden bis geringeren Explorationsinvestitionen, die Kosten der laufenden Produktionen, so ist bei diesen Silberpreisen kaum zu erwarten dass dem verstärkten Bedarf auch eine wachsende Produktion gegenüberstehen wird. Da dieser Negativtrend bei der Versorgung bereits seit 2013 spürbar ist, so darf erwartet werden, dass dies bereits heuer zu Preisanhebungen bei Silber kommen wird.

Trendchance 3: Physische Nachfrage als Edelmetall

Einen wichtigen Markt ausserhalb der industriellen Bedeutung stellt der Investmentmarkt dar. Auch hier ist festzustellen, dass sich ein verstärkter Bedarf abzeichnet. So geht zum Beispiel die amerikanische Münzanstalt davon aus dass auch 2014 wieder ein Rekordjahr in der Nachfrage war. Gleichzeitig bestätigt sie, dass sich die Silber-ETFs ebenfalls sehr gut entwickelt hätten.

Zwar gibt die US-Münzanstalt keine Prognosen für das Jahr 2015 ab, aber es ist dennoch zu erwarten, dass der derzeitige Trend beim Bedarf als Edelmetall nicht endet. Wenn auch hier weiterer und starker Bedarf nicht durch laufende Produktionen gedeckt ist, so stellt dies ebenfalls ein gutes Argument für einen steigenden Silberpreis dar.

Zählt man nun die drei Trendchancen zusammen, so finden sich darin genügend Argumente, die auf ein besser als prognostiziertes 2015 für Silber hinweisen.