Manipulationsverdacht, Rückzug der Deutschen Bank, das überraschende Aus für das Silberpreisfixing – der Edelmetallmarkt am Finanzplatz London steht vor tiefgreifenden Umbrüchen. Eine der Baustellen scheinen die Finanzdienstleister in der „City“ nun aber abgearbeitet zu haben: Presseberichten zufolge ist ein Nachfolger für das derzeitige Silberfixing gefunden worden, das nur noch bis zum 14. August fortgeführt wird.

Ersetzen will man das Silberpreisfixing offenbar durch einen Preismechanismus, der von der US-Börse Chicago Mercantile Exchange und Thomson Reuters entwickelt wurde. Darauf sollen sich die Mitglieder der London Bullion Market Association am Freitag geeinigt haben, heißt es in Presseberichten. Nachdem das Aus des derzeitigen, als höchst intransparent kritisierten Fixingprozesses seit Mitte Mai feststand, wurde nach einem wesentlich transparenteren Handelssystem als Ersatz gesucht. Noch hat die London Bullion Market Association die Meldungen allerdings nicht bestätigt.

Goldpreis-Fixing soll reformiert werden – aber wie?

Auch das Goldpreisfixing steht weiterhin in der Kritik, die sich ebenfalls um die völlige Intransparenz und die daraus entstehenden Manipulationsmöglichkeiten dreht. Aus der Goldindustrie gibt es nun Forderungen, den Fixingprozess zu reformieren, um das verloren gegangene Vertrauen in das Fixingsystem wieder herzustellen. Auf einer Konferenz des World Gold Council scheint es laut Presseberichten aber keine Einigung gegeben zu haben, wie man einen solchen Reformprozess und ein zukünftiges Fixingsystem als Benchmark für den Goldpreis gestalten könnte. Nichts desto trotz sehen Beobachter dies als Beginn eines Diskussionsprozesses, an dessen Ende ein neues System für eine Goldpreis-Benchmark entstehen könnte.