Der Monatsbeginn war für Kohleförderer und für die Betreiber von Kohlekraftwerken in den USA alles andere als gut. Umweltschützer feierten hingegen die jüngste Anordnung von US-Präsident Obama. Demnach hat die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) eine neue Richtlinie für den Ausstoß von Kohlendioxid aufgestellt. Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß im Land der unbegrenzten Möglichkeiten um 30 Prozent reduziert werden. Das trifft vor allem die Branchen, die sich mit Kohle beschäftigen.

Unterschiedliche Reaktionen auf EPA-Anordnung

Entsprechend sind die Reaktionen am Markt sehr unterschiedlich. Amerikanische Medien reden davon, dass dies die wichtigste Entscheidung in der zweiten Amtszeit von Obama gewesen sei, legt er doch damit die Grundlage für eine neue Umweltpolitik der USA fest. Andere glauben, dass dieser Tag das Ende der Kohleförderung bedeuten wird. Rund Zweidrittel des Ausstoßes von Kohlendioxid geht auf Kohle zurück.

Doch so schwarz sollte man nicht sehen, auch in 20 Jahren wird in den USA das schwarze Gold noch ans Tageslicht gefördert werden. Allerdings müssen sich die Technologien, vor allem in den Kohle-Kraftwerken, stark verändern, damit der Ausstoß an CO2 verringert wird. Vielleicht lohnt sich für manchen Betreiber ein Blick über den großen Teich.

Marktanteil der Kohle geht seit Jahren zurück

Noch 2005 war Kohle für fast 50 Prozent der Energieerzeugung in den USA verantwortlich. 2013 lag der Anteil noch bei rund 38 Prozent. Gas und erneuerbare Energien haben der Kohle Marktanteile abgenommen. So erhöht sich der Gasanteil am Energiemix von 2005 bis 2013 von knapp 19 Prozent auf 27,4 Prozent.

Bei der EPA geht man davon aus, dass Kohle 2030 noch rund 30 Prozent zum Energiemix des Landes beitragen wird, damit würde sich der Rückgang der Kohle-Bedeutung sogar verlangsamen. Zugleich macht man bei der EPA deutlich, dass die Kohle sehr viel effizienter als heute eingesetzt werden muss.

Blackout ist vor allem Alptraum-Szenario

Einige Beobachter malen schon Horror- und Drohszenarien an den Horizont. Sie verweisen auf den harten Winter 2013/2014. Schon damals gab es Probleme bei der Stromversorgung (die allerdings vielfach mit den Netzen zusammenhing, was bisweilen verschwiegen wird). Sollten die Kohlekraftwerke aufgrund der Regierungspolitik stillgelegt werden, fürchten manche, dass es zu einem Blackout in den USA kommen werde, dass die Stromproduktion zusammenbrechen werde.

Andere Experten verweisen diese Szenarien in die Welt des Blödsinns. Die Industrie hat mehr als 15 Jahre Zeit, um sich auf die Veränderungen einzustellen. In diesen Jahren sollte es gelingen, die Kraftwerke umzugestalten. Zwar gefällt die Situation der Kohleindustrie nicht, sie wird sich aber damit arrangieren müssen und dies auch können. Vom Abgesang auf die Kohle ist man in den USA somit weit entfernt.