So mancher Anleger schaut nur auf den schnellen Euro oder Dollar, er will rasch ein paar Prozent an Gewinnen einstreichen. Fällt der Kurs, verabschiedet er sich von dem Investment. Das kann bei Aktien durchaus eine richtige Strategie sein, bei Edelmetallen kann sich aber ein zweiter Blick durchaus lohnen.

Der Gold-Bullenmarkt von 40 Jahren bleibt in Erinnerung

So spricht sich Rick Rule, der Chef von Sprott Global Resource Investments, ganz deutlich für ein weiteres Engagement in Gold aus. Er vergleicht dabei die aktuelle Situation mit dem Bullenmarkt in den 70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Damals ist der Goldpreis von 35 Dollar je Unze auf 200 Dollar je Unze gestiegen. Der Markt hat gejubelt. Dann kam der Einbruch, Gold kostete nur noch 100 Dollar je Unze. Viele Investoren waren entsetzt und sind aus dem Gold geflohen. Sie haben nur die kurzfristigen Zahlen gesehen, auf die langfristigen Perspektiven haben sie nicht geblickt.

Kurz danach haben sich diese Investoren sicherlich mehr als nur geärgert. Denn der Goldkurs hat innerhalb von fünf Jahren in der Folge um 850 Prozent zugelegt. Diese Lehre werden die damaligen Investoren sicherlich nicht vergessen. Viele derzeitige Anleger sind jedoch zu jung, um daraus die Lehren zu ziehen. Sie müssen diese Erfahrung selber machen – oder an die Vergangenheit erinnert werden.

Staatsanleihen als Verlustbringer

Für 10jährige US-Staatsanleihen werden am Markt derzeit 2,6 Prozent bis 2,7 Prozent gezahlt. Das sind fast schon historische Tiefstände. Die FED kann diese niedrigen Zinsen hingegen für ihre Zwecke nutzen. Ihr Konto wird von 17 Billiarden Dollar Schulden belastet, hinzu kommen zusätzliche 70 Billiarden Dollar an weiteren Verpflichtungen.

Auf den ersten Blick sehen die 2,6 Prozent für Investoren bei der derzeitigen Zinsschwäche noch interessant aus. Auch die Inflationsrate liegt darunter, man verliert somit kein Geld. Wendet man jedoch die alte Berechnungsgrundlage für die Inflationsrate an, die vor mehr als 30 Jahren genutzt wurde, so sieht die Situation völlig anders aus. Laut jener Berechnung kommt die Inflation auf einen hohen zweistelligen Prozentbetrag. Investoren in Staatsanleihen verlieren somit jährlich mehrere Prozent ihres Vermögens. Auf 10 Jahre gesehen kann man mehr als ein Drittel des Geldes aufgezehrt worden sein.

Das muss bei Anlegern einige Alarmglocken läuten lassen. Investitionen in Staatsanleihen sind nicht unbedingt lohnend, man wird sich nach anderen Investitionsvehikeln umsehen müssen, wenn man kein Geld verlieren will. Und da strahlt kaum etwas so hell wie Gold. Zudem bei steigenden Zinsen sich das Schuldenproblem der FED verschärfen wird. Goldbesitzer können sich die Hände reiben.