Vor vielen Jahren hat das Goldfieber die Menschen gepackt. Egal ob in Alaska, Australien oder in Südafrika, Abenteurer und Leute, die schnell reich werden wollten, suchten nach Gold. Ein ähnliches Phänomen ist heute im weltweiten Internet zu beobachten. Nur ist nicht das Gold der Stoff, aus dem die Träume sind, es sind Bitcoins, die viele Menschen faszinieren.

Bitcoin-Mining: Alles fing 2009 an

Bitcoins existieren seit 2009. Es handelt sich dabei um eine Art von Kryptowährung, mit der man Geld transferieren kann. Erschaffen wurden die Bitcoins von Satoshi Nakamoto. Wer oder was dies ist, ist bisher unklar. Insgesamt kann es nur 21 Millionen Bitcoins geben, bis 2140 werden diese Bitcoins noch erschaffen werden. Dazu bedarf es inzwischen ausgezeichneter Computer, die alle entsprechenden Transaktionen verifizieren und die notwendigen Algorithmen errechnen können. Als Lohn gibt es ein neues Bitcoin. Damit wird die Zahl derjenigen, die Bitcoins erschaffen können, aufgrund der technischen Vorgaben und der immer komplizierter werdenden Materie stärker und stärker reguliert. Nur noch eine kleine Elite kann die Erschaffung von Bitcoins gewährleisten.

Für viele stellt sich inzwischen die Frage, ob Bitcoins die Währung der Zukunft sind, ob diese virtuellen Stücke das Gold als sicheren Hafen ersetzen können. Zweifelsohne haben Bitcoins Vorteile gegenüber Gold. So gibt es keine Lager- oder Transportkosten. Außerdem wird es in der Netzwelt häufig problemlos als Zahlungsmittel akzeptiert. Der Metzger ihres Vertrauens wird sich hingegen wahrscheinlich weigern, wenn sie mit Goldnuggets ihr Fleisch bezahlen wollen. Transaktionsgebühren fallen ebenfalls nicht an. Das kann bei großen Summen schnell einen sechsstelligen Betrag einsparen. Somit spricht auf den ersten Blick vieles dafür, dass Bitcoins das Gold der Zukunft werden.

Mt. Gox zeigt die Schattenseiten auf

Doch der zweite Blick macht deutlich, dass die Lage nicht so einfach ist. Die Bitcoin-Gemeinde wurde im Februar durch den Kollaps von Mt. Gox aufgeschreckt. Diese „Börse“ für Bitcoins ist vor wenigen Wochen gehackt worden. Millionenwerte sind wahrscheinlich für immer verloren gegangen. Das Thema Sicherheit ist also bei Bitcoins nicht von der Agenda zu verwerfen. Gold kann man auch nach der Pleite des Verwahrers an einen anderen Ort bringen, bei Bitcoins ergeben sich hingegen große Probleme.

Zudem sind die Kurse für Bitcoins äußerst volatil, Gold ist im Vergleich dazu fast schon träge. Innerhalb von Monaten kann ein Bitcoin von 100 Dollar auf 1.000 Dollar steigen, um danach wieder in den Sinkflug zu gehen. Stabilität ist nicht immer die Stärke dieser neuen Errungenschaft.

Kritiker bemängeln, dass es Bitcoins auch an inneren Eigenschaften, am intrinsischen Wert, fehlt. Gold kann in der Industrie, in der Schmuckbranche und auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. Man kann es anfassen, es ist ein echter Wert dahinter. Bei Bitcoins kann man keinen vergleichbaren inneren Wert ausmachen.

Deutliche Warnung aus China

Die Anonymität rund um die Bitcoins haben diese zudem in ein schlechtes Licht gerückt, da auch illegale Machenschaften mit Bitcoins einfacher werden. Die Verbrecherbranche findet derzeit vielfach Gefallen an der neuen Währung. China hat seine Banken daher schon dazu aufgerufen, auf Bitcoin-Transaktionen zu verzichten, da man sich vor dunklen Machenschaften und Geldwäsche fürchtet.

So mancher Beobachter glaubt daher, dass Bitcoins nicht das Gold der Zukunft sein werden. Zu viel spricht gegen diese Theorie. Manch einer wird Bitcoins zunächst einsetzen, dann aber die Schwachpunkte sehen und wieder zum Gold zurückkehren. Der Hype rund um die Bitcoins ist noch nicht beendet, sie werden auch in Zukunft eine Daseinsberechtigung haben, das neue Gold werden sie aber kaum werden. Investoren werden dem Edelmetall über kurz oder lang treu bleiben.