Wo immer es Geld zu verdienen gibt, sind Manipulationen im Spiel. Diese Erkenntnis zieht sich durch viele Bereiche des Lebens. Immer wieder erschüttern zu Beispiel Dopingskandale den Sport, die Einnahme verbotener Substanzen zieht mehr und mehr Kreise. Firmen werden beschuldigt, Sollbruchstellen in ihre Produkte einzubauen, zum Beispiel „Seitenzähler“ in Drucker, um den zukünftigen Absatz zu sichern.

Der Finanzmarkt bildet da keine Ausnahme. Die Auswüchse sind mal groß, mal klein, mal werden sie bekannt, mal bleiben sie unentdeckt. Und sie ziehen sich durch alle Bereiche der Börse. Fangen wir hierzulande mit einem Beispiel an: Zu Zeiten des Neuen Marktes gelang es Firmen wie Comroad sowie dessen Gründer und Konzernlenker Bodo Schnabel, nahezu das gesamte Geschäft über Scheinumsätze zu fingieren. Schnabel brachte der Betrug eine langjährige Gefängnisstrafe ein.

Große und kleine Manipulationen an allen Märkten

Ein anderes Beispiel für Manipulationen, das in der jüngeren Vergangenheit aufgedeckt wurde, ist einige Nummern größer und betrifft den Zinsmarkt. Die LIBOR-Manipulationen einer ganzen Reihe von Banken hat dem Finanzplatz London schweren Schaden zugefügt und zieht milliardenschwere Strafzahlungen nach sich. Involviert ist vor allem das Who-is-Who der Bankenbranche aus Europa, unter anderem Barclays, Deutsche Bank und die UBS.

Es sind nur zwei Beispiele von vielen anderen. Marktinsider wie die us-amerikanische Autorin Janet Tavakoli wissen: Manipulationen an der Börse sind ein tägliches Geschäft. Vieles davon gelangt niemals an die Öffentlichkeit. Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen wehrt sich der Markt selbst gegen Manipulationsversuche. Doch dies gelingt in der Regel nur gut organisierten professionellen Anlegern, die zur richtigen Zeit über die richtigen Informationen verfügen – mit anderen Worten: fast niemandem. Die viel beschworenen Selbstheilungskräfte des Marktes dürfen vor dem Hintergrund alltäglicher Manipulationen ohne schlechtes Gewissen in Frage gestellt werden.

Zum anderen aber sind hier die Institutionen zu nennen, die solche Manipulationen verhindern oder aufdecken sollen. Tavakoli wirft den Regulatoren des Finanzmarktes ein jahrzehntelanges Versagen vor. Sie seien zu langsam, unwillig oder schlicht nicht in der Lage, den Job zu erledigen, wirft die Expertin für Strukturierte Finanzierungen den Aufsichtsbehörden vor. Dass dies so ist, hängt sicherlich auch mit einer engen Vernetzung der Finanzbranche in Richtung zahlreicher Institutionen in der Politik und im Staatsapparat zusammen.

Die Medien tragen ihren Teil bei: Sie stürzen sich auf spektakuläre Betrugsversuche, schlachten diese aus, für die tagtäglichen Regelverstöße aber scheint das Interesse zu fehlen.

Fehlende Aufmerksamkeit für Manipulationsversuche

Dabei lassen sich vielfach Hinweise finden, denen sich nachzugehen lohnt. Wir hatten kürzlich über so einen Fall berichtet: Zwei Forscher haben in einem Artikel Auffälligkeiten rund um das Londoner Goldpreisfixing angeprangert, die sie in Studien aufgedeckt hatten. Im Zusammenhang mit dem Fixingprozess stehen mögliche Vorteilsnahmen privilegierter Marktteilnehmer an den Gold-Terminmärkten. Treffen die Beobachtungen der beiden Forscher zu, wäre dies ein weiterer Skandal größeren Ausmaßes, der die „City“ erschüttern könnte. Die öffentliche Reaktion, auch in den Medien, auf diese Erkenntnisse einer im renommierten Journal of Futures Markets veröffentlichten Analyse war aber extrem überschaubar. Das erstaunt einigermaßen, denn immerhin ist das Goldpreisfixing in London ein zentraler Bestandteil im internationalen Goldhandel.

Das Beispiel zeigt: Auch die Rohstoffbranche ist vor den Versuchen von Marktteilnehmern, Ineffizienzen des Marktes zu ihrem Vorteil zu nutzen, nicht gefeit. Dass durch das Internet und die somit größere Zahl an weltweit frei zugänglichen Informationen eine Manipulation erschwert wird, macht es den Manipulateuren lediglich schwieriger, keinesfalls aber unmöglich. Ob heutzutage noch ein Cornering-Versuch wie seinerseits der Gebrüder Hunt im Silbermarkt möglich wäre, ist sicherlich zu bezweifeln.

Auch Rohstoffe von Manipulationen betroffen?

Andererseits gab es, und schon wieder war der Londoner Finanzmarkt dabei im Blickpunkt, vor einiger Zeit Gerüchte über mögliche unlautere Beeinflussungsversuche des Kupfermarktes, indem ein Marktteilnehmer sich den Zugriff auf große Bestände des Metalls gesichert hatte. Die Sache verlief aber im Sande, ob an den Gerüchten tatsächlich etwas dran war, bleibt bislang unklar. Offen dürfte auch bleiben, ob hinter dem phasenweise enormen Goldpreis-Absturz im Frühjahr 2013 eine Manipulation oder gesteuerte Absichten stecken. Für Aufmerksamkeit gesorgt hat jedenfalls der enorme Druck, der konzentriert aus der Finanzbranche auf den Goldpreis ausgeübt wurde, vor allem über Exchange Traded Funds und über den Terminmarkt. Allerdings lieferten die damaligen Spekulationen um ein Ende der quantitativen Lockerungsmaßnahmen seitens der Fed einen möglichen Grund für die Entwicklungen, die sich anschließend im Rahmen von Trendfolgespekulationen verselbständigt haben.

Für den größten Teil der Investoren sind Manipulationen, welcher Art auch immer, natürlich ein großes Ärgernis. Meist stehen sie diesen völlig hilflos und ausgeliefert gegenüber, sich gegen solche Machenschaften effektiv zu wehren, ist kaum möglich. Das bringt im Falle des Goldes zwei Faktoren in den Blickpunkt, die derzeit vor dem Hintergrund der Fed-Politik in den Hintergrund geraten sind.

Warum Gold trotzdem interessant ist

Zum einen ist dies die Funktion von Gold als Währung und als sicherer Hafen. Das Edelmetall genießt hier das Vertrauen der Investoren, diese Funktionen erfüllen zu können. Eine Währung steht und fällt mit dem Vertrauen, das die Menschen und Institutionen ihr gegenüber erbringen. Und hier ist das Gold über jeden Zweifel erhaben. Immer wieder zeigt der Rohstoff, dass er Werterhaltungsfunktionen hat, dass er in Zeiten von Krisen als Tauschmittel bzw. Zahlungsmittel fungiert. Die Liste der Beispiele, die das unterstreichen, ist extrem lang.

Zum anderen ist es der Faktor Diversifikation: Eine Aufteilung der Anlagegelder auf verschiedenste Assets schützt das Portfolio zwar nicht vor Verlusten, hilft aber dabei, große Katastrophen wie einen Totalverlust aller Gelder zu vermeiden. Dass Gold Währung und sicherer Hafen ist, trägt hierzu sicher bei. Allerdings ist es vor allem die fehlende positive Korrelation zu anderen Assetklassen, die den Bodenschatz hier interessant macht und ihm – allen kurzfristigen Manipulationen zum Trotz – einen Platz im Portfolio sichern sollte.

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