Die Marktlage beim Gold dürfte sich auch in den kommenden Wochen und Monaten volatil gestalten. Behalten die Experten von Thomson Reuters mit den Analyseergebnissen ihres „Gold Survey“ Recht, steht der Feinunze bis Anfang 2014 eine Aufwärtsbewegung Richtung 1.500 Dollar bevor. Für das kommende Jahr wird ein Durchschnittspreis von 1.350 Dollar und damit ein ähnliches Niveau wie derzeit erwartet.

Thomson Reuters sind bei weitem nicht die einzigen Experten, die steigende Goldpreise prognostizieren. Adrian Day, Rohstoffexperte und Kopf von Adrian Day Asset Management, gehört ebenfalls zu der Gruppe von Marktbeobachtern, die sich bullisch zum Goldpreis äußern. In einem jüngsten Interview mit „The Gold Report“ wird der Experte sogar noch etwas optimistischer als zuvor.

Für den Briten Day steht fest, dass der Markt beim Goldpreis-Absturz in der ersten Jahreshälfte völlig übertrieben hat. Das gilt nicht nur für die Notierung der Feinunze, sondern auch für Aktien aus dem Goldsektor. Dass die Fed Quantitative Easing (QE) langsam zurück fahren will, ist einer der Hauptgründe für den Absturz. Doch das Ausmaß, in dem die Fed ihre stark expansive Politik zurückfahren will, ist weitaus kleiner als der Markt es eingepreist hat. Day verweist darauf, dass die Fed auch nach einer QE-Reduzierung immer noch viele, viele Milliarden Dollar in den Markt pumpt. Davon, dass sich die Zentralbankbilanz verkürzen werde, ist längst nicht die Rede.

Das klare Fazit des Experten: Die fundamentalen Faktoren sprechen für einen steigenden Goldpreis und das Tal ist durchschritten. Hinzu kommen markttechnische Faktoren. Zwar hat sich das Short-Engagement der Marktteilnehmer im Goldsektor nach den Rekordniveaus vom Juni deutlich verringert. Doch im Vergleich zu früheren Zeiten entspricht es immer noch einem hohen Niveau. Im Klartext: Sehr viele Spekulanten setzen auf fallende Goldpreise, trotz der jüngsten Kurserholung der Feinunze von 1.180 Dollar auf bis zu 1.434 Dollar.

Wie immer, wenn der Feinunzenpreis steigt, sind Goldaktien von besonderem Interesse. Kurzfristig kann sich die Entwicklung aufgrund besonderer Faktoren zwar vom Rohstoffpreis abkoppeln, langfristig aber bestimmt der Goldpreis den Trend für die Aktien des Sektors. Wer investieren will, muss allerdings tendenziell bereit sein, höhere Risiken einzugehen, warnt Day. „Wenn man in Gold involviert ist, wird es volatil“, sagt der Marktexperte. Es gebe keinen Weg, darum herum zu kommen.

Demzufolge ist es relativ, wenn Day von Niedrigrisikoinvestments im Sektor redet. Für seine Kunden kauft der Brite daher Gold- und andere Rohstoffwerte mit einem vergleichsweise kleineren Risikoprofil. Im Fokus stehen Gesellschaften, die möglichst keine Negativfaktoren aufweisen. Wichtige Punkte für Day sind zum Beispiel eine starke Bilanz – das gilt auch für Juniors aus dem Sektor, die ebenfalls trotz einer volatilen Aktienkursentwicklung strukturell mit guten Bilanzen ausgestattet geringere Risiken aufweisen können als größere Konzerne mit schwacher Bilanz.

Im Niedrig-Risiko-Sektor hat Day vor allem Favoriten unter den Unternehmen, die ein Geschäftsmodell verfolgen, das auf Royalty-Einnahmen basiert. Vor allem die nur geringen operativen Probleme, die solche Gesellschaften im Vergleich zu den Minenbetreibern auszeichnen, gefallen Day. Aus dieser Rohstoff-Nische nennt der Fondsmanager gleich eine ganze Reihe von Gesellschaften unterschiedlicher Größe, die seiner Meinung nach interessant sind. Der bekannteste Konzern unter ihnen ist sicherlich die milliardenschwere Franco-Nevada Corp. (FNV:TSX; FNV:NYSE). Hohe Gewinnmargen, keinerlei Schulden, dafür hohe Barreserven und ungenutzte Kreditlinien – für Day ist die Gesellschaft mehr als den Bewertungspremium wert, den der Markt zahlt.

Ohnehin sind die Konzerne, die sich auf Royalty-Einnahmen fokussieren, aufgrund hoher Margen und Cashflows optisch nicht gerade billig. Doch das ist ein Phänomen, das über die gesamte Sparte zu sehen ist. Zum Beispiel auch bei Royal Gold Inc. (RGLD:NASDAQ; RGL:TSX). Die Aktie ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch das Royalty-Business längst nicht frei ist von Risiken und die Papiere stark schwanken können. Die Aktie hat zwischen Oktober 2012 und Ende Juni 2013 knapp zwei Drittel an Wert verloren, konnte sich anschließend aber binnen weniger Wochen von 38,63 Dollar auf 67,25 Dollar steigern. Zuletzt gab es wieder Verluste, das Papier notiert aber deutlich über den Tiefs von Ende Juni. Day nennt Probleme bei verschiedenen Projekten als Grund für den Absturz seit Oktober 2012. Werden diese gelöst, habe die Aktie deutliches Aufwärtspotenzial. Auch kleinere Royalty-Werte wie Callinan Royalties Corp. (CAA:TSX.V) und Gold Royalties Corp. (GRO:TSX.V) hat der Experte auf der Watchlist.

Investiert hat der Brite nach eigenen Aussagen jüngst in Pretium Resources Inc. (PVG:TSX; PVG:NYSE). Flaggschiff-Projekt der Gesellschaft ist das Goldvorkommen „Brucejack“ im Nordwesten von British Columbia. Laut einer Machbarkeitsstudie liegt der Gegenwartswert dieses Projektes bei 2,7 Milliarden Dollar, Basis der Berechnung ist ein Goldpreis von 1.350 Dollar je Unze. Über einen Zeitraum von 22 Jahren können laut Studie hier 7,1 Millionen Unzen Gold bei geringen Kosten gefördert werden. Gerade erst konnte das Unternehmen übrigens 10 Millionen Kanadische Dollar in einer Privatplatzierung zu 9,35 Dollar je Aktie einnehmen.

Day sieht außerhalb der Royalty-Sparte weitere Kurschancen für Goldaktien. Einer der Favoritenwerte des Managers unter den Minenbetreibern ist der Anteilsschein von Yamana Gold Inc. (YRI:TSX; AUY:NYSE; YAU:LSE). Das Unternehmen steht vor einem deutlichen Förderwachstum. Day geht davon aus, dass die Company ihre Goldförderung von 1,1 Millionen Unzen in diesem Jahr auf 1,7 Millionen Unzen steigern kann. Sehr niedrige Kosten und Projekte in weitgehend politisch stabilen Gebieten sind weitere Gründe pro Yamana-Aktie.

Eine andere Gesellschaft, die Day auch als interessant bezeichnet, steht ebenso vor einem deutlichen Förderwachstum, wenn alles normal verläuft: Bis 2018 könnte New Gold Inc. (NGD:TSX; NGD:NYSE.MKT) die Produktion verdoppeln. Eine starke Bilanz, Projekte in stabilen Bergbauregionen wie Kanada und den USA sowie ein geringes Kostenprofil kommen hinzu.

Auch Agnico-Eagle Mines Ltd. (AEM:TSX; AEM:NYSE) kann der Brite einiges abgewinnen, dieser Wert ist in Deutschland durchaus gut bekannt. Der kanadische Konzern ist seit langem auch an der Frankfurter Börse notiert und gehört laut Day zu den gut geführten Companys im Goldsektor, die eine starke Bilanz haben und an deren Spitze ein konservativ agierendes Management steht. Aktuell sei die Aktie von Agnico-Eagle Mines alles andere als teuer, so der Fondsmanager im Interview.

Mögliche interessante Werte sind laut Day zudem noch Almaden Minerals Ltd. (AMM:TSX; AAU:NYSE) und Midland Exploration Inc. (MD:TSX.V), ebenso wie Reservoir Minerals Inc. (RMC:TSX.V). Letztere Gesellschaft ist zwar auch im Goldsektor tätig, wichtigstes Asset des Unternehmens ist allerdings ein Kupferprojekt in Serbien. Dies entwickelt Reservoir Minerals zusammen mit dem Branchenriesen Freeport McMoRan Copper & Gold Inc. (FCX:NYSE). Reservoirs Liegenschaft auf der Balkanhalbinsel, wird übrigens gerade von einem Teil unseres Teams besucht. Wir sind auf die Ergebnisse dieser Reise gespannt.

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