Das Investmenthaus PIMCO ist mit rd. 1.970 Mrd. an veranlagtem Kapital und 2.000 Mitarbeitern ein echtes Schwergewicht am amerikanischen Investmentmarkt. Große Teile des Anleihevolumens aus den QEs liegen zum Beispiel im Flagschifffonds „Total Return“. So lässt sich unschwer ableiten, dass das Unternehmen sehr nahe am Puls der amerikanischen Fiskalpolitik steht. Folgende Aussagen, welche bei den „Großen am Markt“ oft ein Ohr finden und auch relevant für den Goldmarkt sind, wurden kürzlich von Vizepräsident Tony Crescenzy und Mitbegründer Bill Gross getätigt.

Crescenzy ist der Meinung, dass das Quantitative Easing unmittelbaren Einfluss auf Gold hat. So war und ist es nun seit 2008, als die USA mit diesen Programmen begannen. Ebenso hat die Zinssituation einen wesentlichen Einfluss auf das gelbe Metall. Steigen die Zinsen, so kehren vermehrt Anleger Gold den Rücken und wenden sich Anlagen zu, die durch höhere Zinsen größere Gewinne erwarten lassen als das unverzinste Gold. Die letzte Goldkorrektur sah Crescenzy daher im Abfluss der ETFs begründet, der seiner Meinung aber viel zu voreilig und überzogen ablief, denn die Gefahr von steigenden Zinsen bestünde momentan nicht.

Die Zinsen, so Crescenzy, werden sich definitiv in nächster Zeit nicht weit vom aktuellen Niveau entfernen und sich in einer Range von 0,0% bis 0,25% bewegen, und das zumindest bis ins Jahr 2016.

Denn, so begründet Crescenzy seine Ansicht, wird die FED solange keine Änderungen am Zinsmarkt durchführen, solange das Ziel, die Arbeitslosenrate auf 6,5% zu senken, nicht erreicht ist. Rund ein halbes Prozent könne die Arbeitslosenrate pro Jahr theoretisch sinken, und da sie derzeit bei 7,4% steht, so ist mit dem Erreichen der 6,5% in etwa in rund 2 Jahren zu kalkulieren. Um nämlich diese Rate, wie von der FED vermeint, bereits Ende 2014 erreichen zu können, müsste die Beschäftigungsstatistik monatlich 300.000 neue Stellen ausweisen. Dieser gigantische Zuwachs ist aber derzeit nicht zu sehen. Und wenn dann das Ziel der 6,5% an Arbeitslosen auch tatsächlich erreicht sein wird, so wird sich die FED geduldig zeigen mit Maßnahmen, denn sie wird auf das zweite Hauptargument für die Zinsen sehen, die Inflation. Dies könnte, so Crescenzy, einen weiteren Zeitraum von 6 bis 9 Monaten bringen, bevor Bewegung in den Zinsmarkt kommen sollte, und damit wären wir bereits im Jahr 2016.

Der Wechsel der Positionierungen in Anlagen zeigt, so Crescenzy, auf, dass der Markt nun wesentlich besser vorbereitet ist auf eventuelle Zinsänderungen als jemals zuvor, da Zinssteigerungen bereits eingepreist seien, und somit einen guten Polster bieten gegen künftige tatsächliche Zinsanpassungen.