Firmengeschichte, Partnerschaften und Pläne

Das Unternehmen wurde 2016 mit dem einzigen Zweck gegründet, aussichtsreiche und rasch umzusetzende Lithiumliegenschaften zu erwerben. Erst mit Ende Februar 2017 erfolgte der Börsengang in Kanada. Mittlerweile hat das Management im nördlichen Argentinien Projektareale mit insgesamt knapp 300.000 ha eingesammelt. Hier eine Auflistung der Flächen sowie der Anteile, die das Unternehmen an diesen Projekten hält.

Abb2 LSC Projektareale Übersicht

Abb1: Projektareale im Voll- oder Teilbesitz, Quelle: LSC Lithium

Einige dieser Projekte sind aktuell im Stadium der Überprüfung und Genehmigung, sodass sich die Liste noch verändern kann.Sechs Projekte, Pozuelos, Pastos Grandes, Salinas Grandes (Salta), Salinas Grandes (Jujuy), Rio Grande und Jama genannt, zählen zu den bevorzugten Entwicklungsgebieten.Das Unternehmen plant, in einem für Projektentwicklungen extrem kurzen Zeitraum von nur vier Jahren in Produktion gehen zu können. Daher wurde entgegen der herkömmlichen Vorgangsweise eine Partnerschaft mit einem Produzenten von Lithiumkarbonat eingegangen, der durch seine innovative Prozesstechnik sowohl kosten- als auch zeittechnisch wesentliche Einsparungen erkennen lässt.

Der gewählte Partner ist die Enirgi Group: eine multinationale Firmengruppe im Besitz der Sentient Group, einer privaten Gesellschaft, die mit mehr als USD 2,7 Mrd. im Bergbau investiert ist. Die Enirgi Group entwickelte mit ANSTO, der Australian Nuclear Science and Technology Organisation, die Direct Xtraction Process Technology (“DXP Technology”) zur Herstellung von LCE (Lithiumkkarbonat-Äquivalent) aus Salaren. Eine bei ANSTO errichtete Testanlage lieferte in 13 Tagen täglich eine Tonne an LCE. Die nächste Stufe, eine Pilotanlage auf dem Projekt Salar del Rincon in Argentinien, nahm im Mai 2017 die Produktion auf. LSC Lithium wird Testmaterial noch dieses Jahr zur Verarbeitung an diese Anlage senden. Für die kommerzielle Produktion, die dann auch für LSC Lithium zu tragen kommen soll, ist die Errichtung einer Anlage geplant, mit der man pro Jahr 50.000 Tonnen LCE produzieren kann. Für die bis 2019 zu errichtende Anlage sind jedoch noch Genehmigungen und die Finanzierung offen.

LSC Lithium und Enirgi Group sind übereingekommen, Material der LSC-Projekte zu verarbeiten und die Nettoerlöse aus den Verkäufen 50% zu 50% zu teilen. Das kommt einem hohen Wertschöpfungspotential gleich. Die Prozesstechnik von Enirgi erlaubt die Verarbeitung von Rohmaterial ohne die sonst in der Branche übliche Trocknungsperiode von 1 bis 1,5 Jahren und produziert das LCE dennoch mit Kosten von rd. 40% unter dem Branchenschnitt. Für die Erzielung von LCE benötigt bei Enirgi dank ihrer Technologie lediglich rund 24 Stunden. Danach kann abgepackt und für den Verkauf hergerichtet werden.

Diese Kombination von Projekten und Umsetzungspartner erlaubt LSC Lithium, die Projekte wesentlich schneller zur Produktion zu bringen und ist überdies auch noch an den Erlösen des Verkaufes beteiligt. Teure – und auch von Umweltschützern bemängelte – Trocknungsareale können entfallen, wodurch man sich im Unternehmen wesentliche Kosteneinsparungen bei der Herstellung des Materials für Enirgi verspricht. Auch der Entfall von zusätzlichen Behördengenehmigungen kann positive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit haben.

Von all den Projekten aus dem Portfolio sind aktuell folgende 5 Projekte im Fokus der Entwicklung. Pozuelos, Pastos Grandes, Rio Grande, Salinas Grandes und Jama. Alle Projekte befinden sich nahe zueinander im „Lithium Triangle“ im Norden Argentiniens und zusätzlich in guter Erreichbarkeit zur Anlage von Enirgi Group.

Die Projekte

Die Übersicht zeigt die geringe Entfernung zueinander:

Abb4 LSC Übersicht der Hauptprojekte

Abb2: Übersicht der Hauptprojekte von LSC, Quelle: LSC Lithium

Projekt Pozuelos

Das 21.425 ha umfassende Projektareal ist das am weitesten entwickelte Gebiet des Unternehmens. Es gilt damit zu Recht als Hauptprojekt. 10.787 ha davon sind derzeit für die detaillierte Entwicklung herangezogen worden.

Abb5 LSC Projekt Pozuelos Lage

Abb3: Lage des Projektes Pozuelos, Quelle: LSC Lithium

Das zu 100% in der Verfügungsgewalt von LSC Lithium stehende Projekt besitzt schon eine fortgeschrittene Entwicklungsstufe, da kürzlich bereits 15 Diamantbohrlöcher niedergebracht sowie seismische Proben, Pumpentests und Tests der Porosität vorgenommen wurden. Bis dato wurden Tiefen von bis zu 180 Metern untersucht. Dabei wurden Ergebnisse von rund 500mg bis 600mg pro Liter erzielt. Die Detailliste liest sich wie nachstehend angeführt:

Abb6 LSC Pozuelos Zwischenergebnis

Abb4: Zwischenergebnis der Gehalte, Quelle: SLC Lithium

Die Grade- und Mengenangaben sind derzeit noch als Zwischenergebnis anzusehen, da für eine endgültige Befundung noch weitere Bohrungen und Pumpentestläufe notwendig sind. Die bisherigen Pumpentestläufe (Wi-35 und W2-90) zeigen jedenfalls zufriedenstellende Ergebnisse. Nachfolgend ein grafisches Beispiel (W1-35) der Kontinuität des Pumpentestlaufes über 30 Tage.

Abb7 Grafik Pumpentestlauf von W1-35

Abb5: Verlaufsgrafik des 30-Tage-Tests von Bohrloch W1-35, Quelle: LSC Lithium

Der Testlauf zeigte einen sehr kontinuierlichen Verlauf bei den Lithium-, Pottasche- (Kaliumkarbonat) und Magnesiumwerten. Auch wenn die Ergebnisse der letzten Pumpentests von W1-35 und W2-90 gute Ergebnisse erbrachten, werden darauf basierend weitere Bohrungen und Pumpentests folgen, um das Potential des Projektes weiter ausloten zu können.Die nachfolgende Grafik bietet eine Übersicht über die örtlichen Lagen der Bohrungen und der Pumplöcher.

Abb8 LSC Bohr- und Pumplöcher auf Pozuelos

Abb6: Lagen der Pumpen und Bohrlöcher am Projektareal, Quelle: LSC Lithium

Projekt Pastos Grande

Für 2.683 ha besitzt LSC Lithium 100% der Verfügungsgewalt und entwickelt das Projekt parallel zu Pozuelos.

Abb9 LSC Projektareal Pstos Grande

Abb7: Lage des Projektes Pastos Grande, Quelle: LSC Lithium

Historische Daten weisen auf diesem Projekt Werte von über 400mg je Liter an Lithiumgehalten aus. Mitte August 2017 hat das Unternehmen ein Bohrprogramm mit sieben Bohrlöchern gestartet, um die Schichten bis in eine Tiefe von 400 Metern zu erforschen. Die Ergebnisse der Bohrkampagne werden bis gegen Mitte Dezember 2017 erwartet. Auch Bodenproben wurden bislang bereits eingesammelt. Für das erste Quartal 2018 ist die Errichtung von vier Pumpanlagen vorgesehen, die in jeweils 30 Tage andauerndem Messbetrieb die durchschnittlichen Lithiumgehalte testen werden.Im Unternehmen rechnet man damit, dass man bis ca. Ende des 2. Quartals 2018 eine Erstressource nach Qualitätsstandard NI 43-101 ermitteln kann.

Projekt Salinas Grandes

71.407 ha hält das Unternehmen mit einem Anteil von 84%, fungiert jedoch als das bearbeitende Unternehmen des Projektes. Der Grundbesitz liegt sowohl in der Salta Provinz, wie auch grenzüberschreitend in der Jujuy Provinz.

Abb10 LSC Salinas Grandes Projektlagen

Abb8: Lage des Projektes Salinas Grandes, Quelle: LSC Lithium

Da der Highway die Liegenschaft durchkreuzt, kann man von guter Anbindung an das öffentliche Straßennetz sprechen.Noch wartet das riesige Projektareal auf seine detaillierte Erforschung, aber historische Daten der Enirgi Group aus dem Jahre 2010 weisen Lithiumgehalte von 8mg je Liter bis 3.851mg je Liter aus.

Nach insgesamt 237 Proben ergaben sich sehr gute Mittelwerte, ein geringes Magnesium-zu-Lithium-Verhältnis und sehr gute Kaliumkarbonat-zu-Lithium-Verhältnisse. Auch von Orocobre, die das Areal in den Jahren 2011 und 2012 untersucht haben, existieren nicht nur große Datenmengen, sondern auch eine vermutete Ressource von 239.000 Tonnen LCE und 1,03 Mio. Tonnen Kaliumkarbonat auf 11.602 ha des Areals. Bei Orocobre sprach man von durchschnittlich 795mg Lithiumgehalt je Liter. Jedoch muss dieses Areal erst genauer untersucht werden, um tatsächlich feststellen zu können ob es möglich ist, eine wirtschaftliche Ressource zu erstellen und welche Werte diese letztendlich enthalten wird.Die Verarbeitung bei Enirgi Group verspricht auch in diesem Fall Vorteile, da man Material mit geringeren Lithiumgraden ebenfalls gewinnbringend verarbeiten kann, was das Potential für LSC Lithium maßgeblich erhöhen könnte.Da das Areal in zwei unterschiedlichen Provinzen liegt, so besitzt es auch zwei unterschiedliche behördliche Regulativen und Auflagen. Damit wird es für LSC Lithium notwendig werden, zwei eigene Projektgruppen für die Erkundung und behördliche Abstimmung zu installieren.

Projekt Rio Grande

100% Verfügungsrechte besitzt das Unternehmen an der Landmasse von 26.865 ha.

Abb11 Projektlage Rio Grande

Abb9: Lage des Projektes Rio Grande, Quelle: LSC Lithium

Das Projekt besitzt ein intaktes Camp und drei Pumpanlagen, die derzeit still gelegt sind. Es befindet sich in fünfstündiger Entfernung per LKW zur Produktionsanlage von Enirgi Group, dies jedoch auf gut ausgebauten Straßen.Die Pumpanlagen hatten in ihrem Betrieb an die 150 m³ pro Stunde gefördert. Wie aus den Aufzeichnungen der Enirgi Group erkennbar ist, wurden dabei Lithiumgehalte von über 300mg je Liter gefördert. Die Tests haben auch ergeben, dass Potential für Gips und Sodasulfat als Nebenprodukte besteht.LSC Lithium plant die umgehende Aufnahme von seismischen und geophysikalischen Untersuchungen, um die Bassinstruktur besser definieren zu können, aber auch, um mittels der historischen Bohrergebnisse und der Ergebnisse der Pumpenanalysen eine Erstressource erstellen zu können. Als Zeitfenster hat man sich dafür seitens des Unternehmens auf das Jahresende 2017 eingestellt.

Projekt Jama

Rund 5.186 ha bearbeitet LSC Lithium mit einem Projektanteil von 86% und ist als operatives Unternehmen aktiv.

Abb12 Projektlage Jama

Abb10: Lage des Projektes Jama, Quelle: LSC Lithium

Das Projekt liegt rund 1,5 Autostunden von der Prozessanlage der Enirgi Group auf Salar del Rincon entfernt und ist über ein gutes Straßennetz angebunden.Bereits im Jahr 2015 wurden im nördlichen Teil des Projektareals Proben genommen, die durchwegs gute Lithiumgehalte vermuten lassen.LSC Lithium möchte dieses Projekt im kommenden Jahr so weit entwickeln, dass gegen Jahresende 2018 eine Erstressource erstellt werden kann.

Fazit

Auch wenn sich das junge Unternehmen erst im Erkundungsstadium seines umfangreichen Projektportfolios befindet, zeigen die bisherigen Daten und Ergebnisse der Aktivitäten hohes Potential für eine geplante wirtschaftliche Umsetzung. Die Partnerschaft zum Produzenten Enirgi Group ist der Hauptgrund für die Planung frühzeitig und kostengünstig als künftiger Marktlieferant für Lithiumkarbonat und gut verkäufliche Nebenprodukte eine langfristige Position auf diesem Sektor einzunehmen.

Die über die Kapitalaufnahmen im Oktober und November des Jahres 2017 erzielten Einnahmen in Höhe von 26 Mio. CAD sollten das Unternehmen in die Lage versetzen, die geplanten und umfangreichen Aktivitäten im Jahr 2018 weitgehend durchführen zu lassen.

Das Management, unterstützt von einer großen Riege an Geologen und technischen Experten, zeigt ein klares Ziel auf. Man kann mit Hilfe der richtigen Partner in der Lage sein, ein Projekt auch in extrem kurzer Zeit von der Akquisition bis zur Produktion zu führen. Das Jahr 2018 wird das erste richtige Entscheidungsjahr für das Unternehmen, in dem sich die Weichen für die Zukunft bereits sehr deutlich abzeichnen werden. Bei dem bisher gezeigten Tempo in der Projektentwicklung könnte es dem Management gelingen, bereits Ende 2018 den Aktionären die Werthaltigkeit der Projekte nachhaltig zu dokumentieren.

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