Kolumne von Ingrid Heinritzi

Gold mit Kursziel 2825 Dollar

Langsam konnte sich die überkaufte Lage am Goldmarkt entspannen. Einer neuen Aufwärtsbewegung steht daher nichts mehr im Weg.

Kurzfristige Kursrückschläge können als retardierendes Moment gesehen werden. Degussa geht von einem gut 1000 Dollar höheren Goldpreis im 4. Quartal 2013 aus. Der Markt wird wohl einfach nochmal die Marke von 1700 US-Dollar je Feinunze testen, lautet die Aussage der meisten Goldexperten. Und eigentlich war ja ein Rückgang des Goldpreises ohnehin "Pflicht", wenn man die extrem überkaufte Lage am Goldmarkt Mitte September erkannt hat. An dieser Stelle hatten wir rechtzeitig darauf hingewiesen. (siehe: http://www.miningscout.de/Kolumnen/Gold_stark_ueberkauft/autor/Ingrid%20Heinritzi,%20Freie%20Wirtschaftsjournalistin/page_3/_76/__950)

Nun kann ebenfalls an dieser Stelle wieder Entwarnung gegeben werden. Denn die überkaufte Lage hat sich in Luft aufgelöst. Ein knapper Monat mit fallendem Goldpreis – immerhin von 1796 Dollar im Hoch am 5. Oktober auf 1699 Dollar am 24. Oktober – reichte dafür aus.

Gemessen am RSI, dem Relative Stärke Index nach J. Welles Wilder, strebt der Goldmarkt sogar eher einer überkauften Lage zu. Auf Tagesbasis notiert der RSI nun schon knapp unter 40. Bei 30 ist die überverkaufte Phase erreicht. Bricht jedoch der Goldpreis aus seinem kurzfristigen Abwärtstrend aus – das wäre bei zirka 1720 US-Dollar der Fall, dann würde die Phase 30 und darunter nicht erreicht.

Dass der Goldpreis nachhaltig wieder nach oben gedreht haben könnte, kann auch anhand der Stimmung unter den Goldhändlern an der Börse abgeleitet werden. Denn Ende der Woche gaben in einer Bloomberg-Umfrage die meisten Börsenhändler seit 3 Wochen an, dass sie eine positive Goldpreis-Entwicklung erwarten. Diese Haltung kann wiederum anhand der Rekord hohen Positionen in den Börsen gehandelten Produkten (ETFs und ETCs) gesehen werden. Mit 2584,5 Tonnen erreichte die Hinterlegung einen neuen All-time-Rekord.

Dennoch ist die Stimmung nicht euphorisch. Denn 14 positiv eingestellten Händlern stehen 9 entgegen, die einen schwächeren Goldpreis erwarten.

Fundamental wird die Goldnachfrage durch die Befürchtung in der breiten Bevölkerung vor einer Geldentwertung angeregt. Eine Umfrage Mitte Oktober der Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftsforschung erwartet rund 1/3 der Deutschen stark steigende Preise und nochmal fast 2/3 zumindest moderat erhöhte Preise.

Steigende Preise, also Inflation, gepaart mit niedrigen Zinsen ist nicht anderes als die schleichende Vernichtung von Geldvermögen, zumindest wenn der Realzins negativ ist. Wenn Zinsanlagen also nicht lohnen, dürfte das smarte Geld immer mehr den Weg zum Werterhalt, also zum Gold finden. Aus dieser Sicht ist es durchaus nachzuvollziehen, wenn Marktkenner wie die Analysten vom Degussa Goldhandel deutliche Preisaufschläge beim Gold prognostizieren. Bereits Ende des laufenden Quartals will die Degussa einen neuen Goldpreisrekord mit 1948 Dollar je Unze erkennen. Im 1. Quartal 2013 soll dann schon die Marke von 2100 Dollar erreicht werden. Bis zum Ende nächsten Jahres erwarten die Experten einen Goldpreis von 2825 Dollar. Kommt es tatsächlich zu dieser Preissteigerung, dann kann sich jeder ärgern, der jetzt nicht noch ein paar Goldmünzchen in den Keller legt, sich mit physisch hinterlegten Gold-ETCs eindeckt oder etwas risikoreicher mit Goldminen-Fonds und -Zertifikaten auf die Produzenten und ihre noch im Boden befindlichen Gold-Vorräte setzt. Denn diese Gold-Ressourcen werden dann über kurz oder lang ebenfalls neu – und zwar deutlich höher – bewertet.

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