China hat die Exporte von Seltenen Erden drastisch gekürzt. Kurzfristig scheint dies nicht viel zu bewirken, denn der Preis der Metalle ging sogar nach unten. Doch langfristig dürften die Preise von Europium, Yttrium und Dysprosium wieder deutlich anziehen. Underground train in gold, silver and copper mine.Beschäftigt man sich mit den Seltenen Erden, so dreht sich natürlich wieder einmal viel um China. Denn von dort kommt der Großteil des weltweiten Angebots. Doch dort versucht auch die Regierung gegen illegale Seltene-Erden-Minen vorzugehen und besonders umweltschädigende Arten des Abbaus zu unterbinden. Die Schließung von vielen kleinen Minen ist die Folge.

Doch ohne Seltene Erden geht es heute in unserer hochtechnisierten Welt nicht mehr und auch die Rüstungsindustrie braucht diese Art der Rohstoffe unbedingt. Daher kam es in den vergangenen Monaten zur offenen Auseinandersetzung zwischen den Industriestandorten USA, Japan und der Euro-Zone mit dem Produzenten China. Im Rahmen der Welthandelsorganisation wird die Exportkürzung Chinas nun abgehandelt.

China steht mit rund 55 Millionen Tonnen an der Spitze der Seltenen Erden-Reserven. Doch dies sind nur 30 bis 40 Prozent der gesamten weltweiten Reserven. In der ehemaligen Sowjetunion soll es 19 Millionen Tonnen und in den USA 13 Millionen Tonnen davon geben. Doch es gibt auch Zahlen aus China, die die chinesischen Reserven deutlich niedriger einschätzen. Laut offiziellen Zahlen produziert China 97 Prozent dieser gefragten Rohstoffe. Zwar versuchen Bergbaukonzerne in den USA (so Molycorp mit seiner Mountain Pass-Mine) und in Australien (so Lynas mit der Mount Weld-Mine) gegen diese Monopolstellung vorzugehen, doch das ist kein einfaches Vorhaben

Momentan sind Finanzierungen in der Minenbranche schwer zu bekommen. Die Kosten im Bergbaubereich steigen und die Rohstoffpreise sind nicht unbedingt auf dem Höchststand. Auch sind Genehmigungen zur Aufbereitung der Seltenen Erden, die relativ komplex vorkommen, nicht leicht zu bekommen. Lynas kämpft seit vielen Monaten in Malaysia darum, sein Aufbereitungswerk in Produktion gehen zu lassen. Aber Bedenken wegen radioaktiver Beiprodukte hindert die Behörden noch am endgültigen OK. Auch wenn Lynas bereits mehrere 100 Millionen Dollar in seine Seltene-Erden-Produktion gesteckt hat.

Und China wird seine Vormachtstellung behalten wollen. So streben die Chinesen danach nicht die Seltenen Erden zu exportieren, sondern mehr die Endprodukte, in denen Seltene Erden vorkommen und gebraucht werden. Daher könnte das Land der Mitte in absehbarer Zeit sogar zum Importeur der Seltenen Erden werden, wenn die Produktion noch drastischer zurück geschraubt wird.

Für die Preise der Seltenen Erden sieht es längerfristig also gut aus. Denn die Nachfrage nach Seltenen Erden dürfte laut australischer Marktexperten von 35.000 Tonnen im vergangenen Jahr auf 55.000 Tonnen 2016 und sogar auf 70.000 bis 90.000 Tonnen in 8 Jahren ansteigen. Inklusive China könnte dann die industrielle und wohl auch die Nachfrage von Investoren auf 200.000 bis 240.000 Tonnen ansteigen. Der Trend, der seit Mitte 2011 für abnehmende Preise der Seltenen Erden sorgte, dürfte daher bald vorbei sein. Bei Neodym, Cer, Lanthan und den anderen stark gesuchten Industrierohstoffen der Familie scheint bereits eine Bodenbildung auszumachen zu sein.