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Potentielles Goldverbot in Indien sorgt für völlig übertriebene Panik am Goldmarkt

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Gold in USD

Rückblick:

In den letzten vier Wochen setzt der Goldpreis zunächst seine Erholung erwartungsgemäß fort. Wie vermutet bescherte die überraschende Wahl von Donald Trump am 9.November dem Goldmarkt darüber hinaus einen scharfen Anstieg bis auf 1.338 USD.

Wenige Stunden später allerdings und in der westlichen Hemisphäre zunächst weitgehend unbeachtet, wurden vom indischen Premierminister Narenda Modi in einem Handstreich knapp 86% der sich im Umlauf befindlichen Rupien-Banknoten für ungültig erklärt. Damit sorgte Modi nicht nur für ein unglaubliches Chaos, sondern löste darüberhinaus einen stark deflationären Druck auf sein Land und damit auch auf den Goldmarkt aus. 1,3 Mrd. Inder, traditionell Goldliebhaber, waren plötzlich nicht mehr in der Lage die essentiellsten Dinge zum (Über-)Leben zu bezahlen. Natürlich mussten die indischen Goldhändler alle Kauf- bzw. Importorders stornieren, da gar nicht absehbar war und ist, wie bzw. mit welchen Papiergeldscheinen die Kunden das Edelmetall denn bezahlen sollen. Gleichzeitig sind die Aufschläge auf den Goldpreis in Indien rasant gestiegen. Neusten Äußerungen zufolge will Modi Indien zu einer „cashless society“ umbauen. Damit wäre auch ein Goldverbot in Indien denkbar. Diese potentielle Bedrohung hängt nun wie ein Damoklesschwert über dem Goldmarkt und hat in den letzten drei Handelswochen zu starker Verunsicherung und der massiven Liquidierung bestehender „Long-Positionen“ geführt. So kamen alleine durch den größten Gold-ETF „GLD“ in den letzten vier Wochen knapp 63 Tonnen Gold auf den Markt!

Gold in USD Monatschart:

Die Lage auf dem logarithmischen Monatschart hat sich im November leider deutlich verschlechtert. Mit dem klaren Rutsch unter die wichtige Marke von 1.200 USD ist eine ganze Reihe von Indikatoren und Signalen in das Bärenlager gewechselt.

Insbesondere wurde das mittlere Bollinger Band (1.201 USD) unterschritten. Damit bewegt sich der Goldpreis nun in seiner unteren Handelsspanne und hätte hier theoretisch noch Platz bis 1.025 USD. Solange dieses mittlere Bollinger Band nicht zurückgewonnen wird, ist an eine Erholung nicht zu denken.

Kurz zuvor hatte bereits der trendfolgende Parabolic Sar Indikator sein Kaufsignal vom Februar revidiert. Hier benötigt es aktuell einen Goldpreis von 1.378 USD, um dieses negative Signal wieder zu drehen. Immerhin ist aber das MACD-Kaufsignal trotz des deutlichen Rücksetzers weiterhin intakt.

Das Verkaufssignal der Stochastik hingegen hat mittlerweile klarere Züge angenommen, könnte aber immer noch mit einem starken Erholungsmonat auf halber Wegstrecke wieder nach oben drehen. Sollte die Stochastik jedoch auf dem Monatschart ihre überverkaufte Zone anlaufen wollen, müssen wir uns auf Goldpreise um 1.000 USD einstellen.

Insgesamt kann der Monatschart aufgrund der Vielzahl an negativen Indikatoren und Entwicklungen derzeit bestenfalls noch mit „neutral“ bewertet werden. Ein bis zwei starke Monaten könnten aber die meisten Schwachpunkte schon wieder kitten.

Trotz der charttechnisch klar eingetrübten Situation muss aber gleichzeitig festgehalten werden, dass der Goldpreis in 2016 im Vergleich zu 2015 ein höheres Hoch und ein höheres Tief erreichen wird! Das wiederum spricht weiterhin für einen übergeordneten Trendwechsel. Zwar hat der erwartete Durchmarsch bis an die große und mittelfristig entscheidende Widerstandszone um 1.500 – 1.530 USD zuletzt deutlich an Wahrscheinlichkeit eingebüßt, gänzlich vom Tisch ist er aber noch nicht. Vielmehr scheint sich dieses Kursziel wohl erst später einstellen zu wollen.

Gold in USD Wochenchart:

Nachdem der Goldpreis seine fünfjährige Abwärtstrendlinie im Sommer trotz zahlreicher Versuche letztlich nicht überwinden konnte, folgte in den letzten zehn Wochen die gnadenlose Quittung für dieses Scheitern. Die Bären leisteten ganze Arbeit und drückten die Notierungen am Bollinger Band entlang nach unten bis an die wichtige Unterstützung aus dem Jahre 2013 bei 1.180 USD. Hier wurden in der vergangenen Handelswoche noch kurzzeitig die letzten Stopps unterhalb von 1.180 USD im asiatischen Handel abgeräumt, bevor es mit einer scharfen Erholung direkt zu einer ersten Umkehrformation kam.

Obwohl die Korrektur ja schon Anfang Juli bei einem Goldpreis von 1.375 USD begonnen hatte, ist der RSI Indikator auf dem Wochenchart immer noch nicht überverkauft. Vielmehr kann sich hier die seit dem Frühjahr 2013 intakte Serie “höherer Tiefs“ halten. Gleichzeitig ist der MACD weiterhin ungefährdet im Verkaufsmodus. Die Stochastik hingegen kann kaum noch tiefer fallen und meldet extrem überverkaufte Werte. Damit hätte der Oszillator jetzt auf der Oberseite jede Menge Platz, allerdings fehlt es noch an einem klaren Kaufsignal!

In jedem Fall wird eine baldige Gegenreaktion immer wahrscheinlicher. Da das untere Bollinger Band (1.182 USD) stark überdehnt wurde, könnte der Goldpreis jederzeit schnell um 50 USD „zurückschnalzen“.

In der Summe bleibt der Wochenchart aber nur aufgrund der stark überverkauften Stochastik neutral. Wirklich bullisch wird es erst mit einem Ausbruch über die fünfjährige Abwärtstrendlinie, welche derzeit bei ca. 1.315 USD verläuft. Aktuell fehlen dem Goldpreis bis dahin knapp 130 USD! Auf die Bullen wartet also jede Menge Arbeit!

Unterhalb von 1.200 USD hingegen bleibt die „Bullenmarkt-These“ stark unter Druck! Das absolute Maximum, welches man dem Rücksetzer innerhalb des „neuen Bullenmarktes“ zustehen könnte, wären 1.117 USD. Bei Goldpreisen unterhalb dieser Marke ist das gesamte Kursgeschehen in diesem Jahr definitiv lediglich eine Bärenmarktrally gewesen...

Gold in USD Tageschart:

Der logarithmische Tageschart für den Goldpreis schaut ohne Zweifel momentan ziemlich fürchterlich aus. Und obwohl sich die Abschläge seit Anfang Juli mittlerweile auf über 200,00 USD summiert haben, ist von den bullischen Marktkräften weit und breit nichts zu sehen.

Gab es am vergangenen Freitag mit dem zwischenzeitlich Rutsch bis auf 1.171 USD und der nachfolgenden steilen Erholung bis auf 1.196 USD zumindest ansatzweise ein vielversprechendes Umkehrsignal, so hat diese potentielle Formation mittlerweile stark an Überzeugungskraft und Wahrscheinlichkeit eingebüßt, denn Gold hängt nur noch am seidenen Faden knapp oberhalb von 1.180 USD. Kann diese Unterstützungszone nicht verteidigt werden, dürften die Notierungen zügig bis in den Bereich 1.120 USD bis 1.140 USD durchgereicht werden.

Dafür spricht vor allem auch die bärisch eingebettete Stochastik. Bereits seit über zwei Wochen bewegen sich die beiden Signallinien des Oszillators unterhalb von 20 und haben damit den Abwärtstrend festgezurrt. Da die Erholungsversuche der letzten Tage keine Auswirkungen auf die Stochastik zeigten, blieben sie auch nichts weiter als „Versuche“. Eine wirklich nachhaltige Erholung muss einfach genügend Kraft mit sich bringen, um diese „embedded Stochastik“ zu durchbrechen. Bis dato ist davon nichts zusehen.

Zusammengefasst befindet sich der Goldmarkt also in einer üblen Bereinigung, deren Ende noch immer nicht abzusehen ist. Nachdem die Unterstützung vom Frühling bei 1.200 USD aus dem Weg geräumt wurde, wackelt nun die 61,8%-Fibonacci-Retracement Zone bei 1.171 USD. Als allerletzte Auffangstation wäre darunter nur noch das 78,6%-Fibonacci-Retracement bei 1.117 USD zu nennen. Nach der fulminanten Rally in der ersten Jahreshälfte wäre eine derart „tiefe“ Gegenbewegung durchaus normal, schließlich fehlt ja am Beginn eines neuen Aufwärtszyklus die Gewissheit, dass es sich tatsächlich um einen neuen Bullenmarkt handelt. Überwinden die Bären jedoch auch diese Marke ist der Weg bis 1.045 USD frei.

Gleichzeitig dürfen wir uns in der aktuellen Situation keinesfalls von den panischen Marktteilnehmern anstecken lassen, denn die Marke von 1.171 USD könnte letztlich doch noch halten. In diesem Fall steht der Goldpreis unmittelbar vor einer scharfen Erholung, deren logisches erstes Ziel die fallende 50-Tagelinie (1.267 USD) darstellt.

So wie sich der Goldmarkt derzeit aber präsentiert ist ein finaler Ausverkauf bis auf 1.120 USD in den nächsten ein bis drei Wochen am wahrscheinlichsten.

Gold/Silber-Ratio:

Während der gesamte Edelmetallsektor in den letzten Wochen stark unter Druck geraten ist, bewegt sich das Gold/Silber-Ratio nach wie vor ziemlich unaufgeregt unterhalb seiner 200-Tagelinie (72,95) und im Grunde genommen ebenfalls auch unterhalb des 38,2%-Fibonacchi-Retracements (72,29). Damit können wir das Kursgeschehen seit Anfang Juli mit hoher Wahrscheinlichkeit als einen Rücksetzer im Aufwärtstrend klassifizieren. Gold und Silber müssten damit nun kurz vor der nächsten Anstiegswelle stehen. Kurzfristig ist das Ratio bereits bis an seine 50-Tagelinie (70,90) zurückgefallen.

Allerdings ist die Konsolidierung/Korrektur erst bei Werten unterhalb von 65 beendet. In diesem Fall liegt das nächste Kursziel bei 58, welches beispielsweise mit einem Silberpreis von 26,00 USD und einem Goldpreis um 1.500 USD erreicht wäre...

CoT-Report:

Der mit Verzögerung veröffentlichte CoT-Bericht fördert eine leicht verbesserte Lage am Terminmarkt zu Tage. Angesichts der starken Kursrückgänge ist die nach wie vor zu hohe Shortposition der kommerziellen Händler aber eine Enttäuschung.

Demnach hatte diese Händlergruppe am Dienstag vor einer Woche bei einem Goldpreis von 1.214 USD immer noch 192.172 Kontrakte leerverkauft. Zwar steht der Goldpreis mittlerweile knapp 30 USD tiefer, aus antizyklischer Sicht interessant wird es aber erst bei einer kumulierten Shortposition unterhalb von 150.000 Kontrakten. Darüberhinaus ist der Boden bzw. die Trendwende statistisch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erst bei einer Netto-Shortposition unterhalb von 100.000 Kontrakten erreicht.

Die vor vier Wochen angeführte bullische Divergenz besteht weiterhin, hat sich aber klar verringert. Im Vergleich zur Positionierung Ende Mai haben die kommerziellen Händler derzeit bei einem sehr ähnlichen Goldpreis knapp 20.000 weniger leerverkauft.

Insgesamt betrachtet, dürfte der Terminmarkt mittlerweile bereinigt sein, ein antizyklisches Kaufsignal liegt aber noch immer nicht vor.

Sentiment:

Parallel zu den scharfen Kurseinbrüchen hat sich natürlich auch die Stimmung im Edelmetallsektor massiv verschlechtert. Immer häufiger werden mittlerweile Kursziele von 1.000 USD und tiefer herumgereicht. Laut www.sentimenttrader.com hat es dabei ganz besonders den GLD Streettracks Fond erwischt. Nach der massiven Liquidierung in den letzten Wochen versinkt der Gold-ETF derzeit in einem übertriebenen Pessimismus. Für den US-Dollar sowie für den Kupferpreis werden hingegen zunehmend übertriebene Optimismuswerte gemeldet. Beide Märkte sind seit den US-Wahlen stark gestiegen.

Die wöchentliche Kitco Gold Umfrage lieferte zum vergangenen Freitag ein aus antizyklischer Sicht doch recht interessantes Bild. Während die Amateure und Privatanleger hier in der großen Mehrheit negativ gestimmt sind, erwarten die professionellen Marktteilnehmer eindeutig steigende Kurse.

Zudem stieg das Put/Call-Ratio, also das Verhältnis von Verkaufs- zu Kaufoptionen am Goldmarkt, in der letzten Handelswoche auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2015. Damit signalisiert das Ratio eine klare Übertreibung, denn die Marktteilnehmer setzen derzeit völlig einseitig auf Puts und sind somit exzessiv bärisch positioniert.

Zusammengefasst herrscht im gesamten Edelmetallsektor derzeit ein teilweise stark übertriebener Pessimismus vor, welcher zu ersten antizyklischen Kaufsignalen geführt hat.

Saisonalität:

Basierend auf der Kursentwicklung der letzten vierzig Jahre ist das saisonale Muster noch bis Mitte Dezember eher ungünstig. Danach aber startet die zweitbeste Phase des Jahres für den Goldmarkt, welche typischerweise bis Ende Januar anhält.

Gold in EUR

Rückblick:

Seit Ende Oktober konnte der Goldpreis in Euro gerechnet im Umfeld der US-Wahl zunächst noch bis auf 1.187 EUR ansteigen. Von dort aus sackten die Notierungen aber zügig in sich zusammen und erreichen heute nach dreiwöchiger Talfahrt mit 1.111 EUR ein neues Verlaufstief. So günstig gab es die Feinunze Gold zuletzt am Abend vor der „Brexit-Überraschung Ende Juni.

Gold in EUR Monatschart:

Um das große Bild nicht ganz aus den Augen zu verlieren, ist es durchaus sinnvoll einen Blick auf den Monatschart zu werfen. In Euro gerechnet läuft der Goldpreis hier seit Ende 2013 in einem flachen Aufwärtstrendkanal nach oben. Im Vergleich zum steilen Anstieg in den Jahren 2005 bis 2011 wirkt dies zunächst aber eher unspektakulär. Gleichzeitig hat der Goldpreis in Euro bereits die wichtige Abriss-Stelle aus den Jahren 2011 und 2012 im Bereich um 1.220 EUR bis 1.240 EUR erreicht und ist dem Goldpreis in USD damit ein deutliches Stück voraus. Innerhalb des Trendkanals hätten die Bullen momentan Platz bis ca. 1.300 EUR, während sich die Bären auf der Unterseite problemlos bis ca. 1.035 EUR austoben könnten.

Der Blick auf die Indikatoren liefert ein intaktes MACD-Kaufsignal sowie ein ungünstiges Stochastik-Verkaufssignal. Sollte die Stochastik hier ihre überkaufte Lage weiter abbauen wollen, könnte es im Extremfall zu einem Test der unteren Begrenzung des Trendkanals kommen. Der RSI schließlich bewegt sich seit gut zwei Jahren in neutralen Gefilden und spiegelt letztlich einen Seitwärtsmarkt wieder.

Da sich die aktuelle Monatskerze noch oberhalb des mittleren Bollinger Bandes (1.087 EUR) bewegt, sind die Bullen weiterhin im Vorteil. Dennoch kann der Monatschart aufgrund des Stochastik-Verkaufssignals derzeit bestenfalls mit „vorsichtig bullisch“ bewertet werden.

Gold in EUR Tageschart:

Der logarithmische Tageschart fängt das Dilemma der letzten fünf Monate ein. Hier hat der Goldpreis in Euro eine langgestreckte Abwärtsbewegung hinter sich gebracht, deren Ende trotz eines Abschlages von mittlerweile 11% noch nicht endgültig absehbar ist.

Seitdem die Notierungen Mitte August unter die 50-Tagelinie (1.154 EUR) gerutscht sind, deckelt dieser wichtige Durchschnitt das Kursgeschehen. Lediglich zur Verkündung des US-Wahlergebnisses gelang kurzzeitig der Sprung darüber. Demnach müsste jede Erholung in den kommenden Wochen bzw. Monaten zunächst bis zur 50-Tagelinie laufen! Mit dem Erreichen der unteren Begrenzung des Trendkanals stehen die Chancen dafür grundsätzlich auch recht gut. Allerdings blockiert die bärisch eingebettete Stochastik vorläufig jede Erholung, denn der Oszillator hat den Abwärtstrend derzeit festgezurrt. Sobald sich die Stochastik mit ihrer Signallinie über die Marke von 20 bewegt, ist der Klammergriff der Bären beendet und die Erholung kann beginnen. Neben der 50-Tagelinie kommt natürlich auch die 200-Tagelinie (1.149 EUR) als potentielles Kursziel in Frage. Darüber hinaus stellt die Zone um 1.170 EUR jetzt einen starken Widerstand dar.

In der Konklusion ergibt sich aufgrund der eingebetteten Stochastik bis auf weiteres ein stark bärisches Bild. Befreit sich der Indikator jedoch, müssten die Ampeln zügig auf grün wechseln und eine Erholung bis max. 1.170 EUR bringen

Handelsempfehlung:

Nutzen Sie unbedingt die derzeitig günstigen Goldkurse mit einem Kauflimit unterhalb von 1.120 EUR. Darüber hinaus empfiehlt sich ein zweites noch tieferes Limit unterhalb von 1.095 EUR.

Euro & US-Dollar

In den letzten zwei Monaten hat sich der Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich abgewertet und in der vorletzten Handelswoche das untere Band seiner fast zweijährigen Seitwärtsbewegung erreicht. Auf dem Wochenchart ist nun aber die Stochastik deutlich in die überverkaufte Zone vorgedrungen. Daher stehen die Chancen gut, dass die Einheitswährung die Unterstützung um 1,05 USD erneut respektiert und sich in den kommenden Monaten erholen wird können. Dafür spricht neben dem extrem pessimistischen Sentiment auch der Umstand, dass die kommerziellen Händler am Terminmarkt klar auf einen steigenden Euro positioniert sind.

Neben den Problemen in Indien muss vor allem der starke US-Dollar bzw. der schwache Euro als Argument für den Crash am Goldmarkt angeführt werden. Allerdings passt der steile Anstieg des Kupferpreises nicht so recht in dieses Puzzle, denn stark steigende Rohstoffpreise werden in der Regel von einem schwächeren US-Dollar begleitet. Ein explodierender Kupferpreis schürt die Inflation und sollte eigentlich auch von einem steigenden Goldpreis begleitet werden.

Goldminen GDX

Ausgehend vom Hoch Mitte August bei 34,79 USD verbilligte sich der GDX (Market Vektor Goldminers ETF) zuletzt bis auf 20,13 USD bzw. 42%! Damit wurden fast exakt 61,8% der gesamten Aufwärtsbewegung seit Mitte Januar korrigiert bzw. zurückgenommen. Seit knapp zwei Wochen hängt der ETF jetzt an der Unterstützungszone knapp oberhalb von 20 USD fest.

Während der MACD kurz vor einem neuen Kaufsignal steht, hat sich beim RSI über die letzten drei Monate hinweg eine positive Divergenz entwickelt, denn dieser klassische Standardindikator hat die neuen Tiefs nicht mehr bestätigt. Die Stochastik schließlich ist seit Mitte November stark überverkauft, der gefürchtete extrem bärische „embedded Status“ konnte sich hier aber nicht entwickeln. Insofern sollten die Minenaktien unmittelbar vor einer Erholung stehen. Einzeltitel wie z.B. Newmont Mining haben das neue Goldpreistief bei 1.171 USD in der letzten Woche nicht mehr mitvollzogen, sondern sind bereits leicht nach oben gedreht.

Es gibt mittlerweile also eine Fülle an potentiellen Trendwendesignalen. Was noch fehlt ist ein klares Preissignal. So würde beispielsweise schon ein Anstieg über 22,53 USD ein Kaufsignal beim Parabolic Sar Indikator erzeugen. Dann sollte der ETF zügig bis zu seiner fallenden 50-Tagelinie (23,87 USD) ansteigen können. Ebenfalls wäre dann eine Erholung bis an die immer noch steigende 200-Tagelinie (24,65 USD) möglich. Zwischen 25,50 USD und 27,00 USD hat sich in den letzten Monaten eine starke Widerstandszone entwickelt, welche den ETF im Falle einer Erholung stoppen dürfte.

Unterhalb von 20,00 USD hingegen wird es richtig düster, denn die nächste starke Unterstützung ist erst wieder um die Marke von 15,00 USD zu finden. Eine weitere, aber deutlich schwächere Unterstützung wartet gemeinsam mit dem unteren Bollinger Band (19,17 USD) um 19,00 USD.

Summa summarum bleibt die Bewertung aufgrund der überverkauften Lage und den zahlreichen potentiellen Trendwendesignalen neutral. Allerdings bringt die aktuelle Konstellation erhebliche Chancen. Wer daher mutig genug ist, sich dem kurzfristigen Trend entgegenzustellen, sollte das aktuelle Niveau unbedingt zu Käufen bzw. Zukäufen im Goldminensektor nutzen.

Zusammenfassung & Konklusion

Seit fast fünf Monaten steckt der Goldpreis in einer sehr schwierigen Korrekturphase. Die Karawane der Bären setze sich im Juli zunächst nur langsam, zögerlich und gut getarnt in Bewegung. Seit dem Rutsch unter die Marke von 1.300 USD aber haben die Bären offensichtlich die Kontrolle übernommen. In den letzten drei Wochen konnten sie nun einen weiteren panikartigen Ausverkauf erzwingen, so dass der Goldmarkt momentan von fast allen Spekulanten, Trendfolgern und schwachen Händen befreit sein dürfte. Gleichzeitig ist der technische Schaden enorm und ein Tief bzw. die Trendwende ist noch immer nicht gefunden worden

Natürlich ist der Goldpreis jetzt stark überverkauft und die brachialen Kursverluste der letzten Wochen erscheinen völlig übertrieben. Aber wie immer führen die Emotionen am Goldmarkt zu ganz extremen Ausschlägen. Schlachterprobte Veteranen wissen natürlich, dass Gold immer ein Comeback machen wird. Und so ist aus Investorensicht die ausgebombte Konstellation jetzt in jedem Fall eine klare Kaufchance.

Kurzfristig überwiegt jedoch das Risiko auf der Unterseite, denn die letzten vier Handelstage konnten keinesfalls überzeugen. Es fehlt weit und breit eine Spur der Bullen. Daher ist ein weiterer Ausverkauf in Richtung 1.120 USD möglich. Hält auch diese Marke nicht, rutscht Gold sogar bis auf 1.045 USD.

Am wahrscheinlichsten halte ich bis zum FED Meeting am 13. & 14. Dezember einen schnellen und finalen Ausverkauf. Ähnlich wie im letzten Jahr müsste es dann ab Mitte Dezember zu einer heftigen Erholung kommen, welche uns schon im Januar wieder Preise um 1.250 USD bescheren könnte. Bleiben sie in dieser schwierigen Phase gelassen und nutzen sie mit kühlem Kopf die sich jetzt bietenden Einstiegschancen bei den physischen Edelmetallen als auch bei den Minenaktien.

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Informationen zu Florian Grummes

Florian Grummes

Florian Grummes(Jahrgang 1975, geboren in München) begann seine Laufbahn mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Dresdner Bank und als Industriekaufmann bei der BMG Ariola München. Im Anschluss daran studierte er Medienmarketing und Tontechnik. Parallel zu seiner erfolgreichen Tätigkeit in der Musikbranche widmet sich Herr Grummes seit 1996 intensiv den Finanzmärkten sowie der technischen Chartanalyse und spezialisierte sich ab 2002 auf den Edelmetallsektor. Bei pro aurum ist er als Analyst, Trader und Investor selbstständig tätig. Seine weltweit verfolgten regelmäßigen Gold- und Silberanalysen werden seit Oktober 2011 exklusiv vonpro aurum veröffentlicht.

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    (TSX-V: SCZ; WKN: A1JWYC)

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