Tschechien könnte schon in zwei Jahren zu einem der größten Lithium Produzenten der Welt werden. Das Vorkommen befindet sich in der Nähe von Cinovec an der deutschen Grenze. Geologische Untersuchungen haben ergeben, dass dort bis zu 1,3 Mio. Tonnen an Lithium gefördert werden könnten. Dies entspricht circa 3% des globalen Lithiumvorkommens. Somit würde Tschechien nach Chile, China, Argentinien und Australien zur fünft größten Lithium Nation aufsteigen.

Experten der Deutschen Bank schätzen, dass sich bis 2025 die Nachfrage nach Lithium auf 535 000 Tonnen pro Jahr verdreifachen sollte. Haupttreiber hierfür sind der erwartete Boom im Elektromobilmarkt und eine weiterhin starke Nachfrage nach Batterien für Smartphones.

Die Förderrechte in Cinovec sind im Besitz des australischen Unternehmens European Metals Holdings (WKN: A2AB5D; ISIN: VGG3191T1021), das auch an der Frankfurter Börse gelistet ist. Das Unternehmen plant ab 2019 in Tschechien jährlich bis zu 20 800 Tonnen an Lithium Carbonat zu fördern. Dafür will das Unternehmen Investitionen von 393 Mio. USD tätigen. Der Geschäftsführer der European Metals Holdings Keith Coughlan sagte dazu: „Der Bewilligungsprozess verläuft planmäßig.“ Noch werden einige Unterschriften benötigt – unter anderem auch von dem Tschechischen Umweltministerium. Lokale Behörden haben aber bereits ihre Unterstützung zugesichert, ist doch die Region um Cinovec durch hohe Arbeitslosigkeit charakterisiert.

Die Cinovec Mine hat allerdings nur einen geringen Lithiumanteil und enthält im Vergleich zu australischen Minen viermal weniger Lithium im Erz. Doch das Management von European Metals ist sich sicher, profitabel fördern zu können. Das Unternehmen hat bereits erste Verträge mit dem Batteriehersteller HE3DA geschlossen.

Daimler könnte ein zusätzlicher Kunde werden, Nur 90 Km von Cinovec entfernt baut das Unternehmen gerade eine Lithium-Batterie Fabrik. Und auch Tesla Motors Inc. plant zu der bereits bestehenden Produktionsstätte in Nevada/USA, eine Zweite zu errichten, mit hoher Wahrscheinlichkeit in Europa.