Bis Mitte April 2017 hatte der Preis von australischer Premium Kokskohle einen ungeahnten Höhenflug und befand sich auf seinem höchsten Niveau seit dem 2. Quartal 2011. Verantwortlich für den deutlichen Preisanstieg waren vor allem Angebotsrückgänge in China sowie geringe Lagerbestände kombiniert mit einer konstant hohen Nachfrage nach dem schwarzen Rohstoff.

Verstärkt wurde die Kokskohle Knappheit zudem durch starke Unwetter in Australien (Zyklon Debbie). Eisenbahnlinien in Queensland wurden stark beschädigten und die Transportwege zu einigen wichtigen Minen Australiens waren somit unpassierbar.

Dies hatte einen Exportrückgang von australischer Kokskohle zur Folge. Ursprünglich wurde erwartet, dass 12 – 13 Mio. Tonnen von metallurgischer Kohle aus Australien verspätet nach China, Indien oder Japan verschifft werden können. Aurizon, die größte australische Eisenbahngesellschaft, sagte allerdings letzte Woche, dass bis zu 21 Mio. Tonnen von den Problemen betroffen seien.

Insgesamt wurden in 2016 221 Mio. Tonnen von Kohle aus Queensland exportiert, so das Queensland Resources Council; 75% davon wurde für die Stahlproduktion eingesetzt. Der weltweite metallurgische Kohlemarkt hat in etwa eine Größe von 300 Mio. Tonnen. Ein Drittel davon ist Kokskohle, wovon wiederum die Hälfte aus Australien kommt.

Der weltweite Kohlemarkt sollte sich allerdings in den nächsten Monaten deutlich beruhigen.

Die Wiederinstandsetzung der Eisenbahnwege in Queensland geht schnell voran. Drei Linien sind schon wieder befahrbar und die Wichtigste dürfte in wenigen Wochen instand gesetzt worden sein.

Rohstoffexperten und Analysten erwarten, dass der Kokskohlepreis bis Ende 2017 deutlich fallen könnte. Im Schnitt rechnet man im vierten Quartal 2017 mit 146 USD pro Tonne. Für das erste Quartal 2018 kalkulieren die Experten mit 130 USD pro Tonne. Aktuell bewegt der Preis sich noch auf einem Niveau von etwa 260 USD pro Tonne.

Hauptgrund für den erwarteten Preisrückgang ist das langfristig genügt hohe Angebot an Kraftwerkskohle. China könnte die Produktion wieder ankurbeln, was das Angebot erhöhen sollte und die australische Hersteller von Kokskohle könnten gezwungen werden, die Preise für den Rohstoff zu senken, um ihr Fördervolumen konstant zu halten.