Die Experten von Thomson Reuters GFMS haben ihren viel beachteten Marktüberblick für Platin und Palladium vorgelegt. Einer der Schwerpunkte liegt auf dem Streik in Südafrika – das Land ist wichtigster Platinproduzent weltweit. Der Arbeitskampf und der damit einher gehende Produktionsausfall habe in diesem Jahr zwar noch zu keinem Anstieg beim Platinpreis geführt. Doch GFMS rechnet damit, dass es in der zweiten Jahreshälfte noch zu Preisbewegungen nach oben kommen wird. Aufpassen müssen Trader dennoch: Der Platinpreis könne, so warnen die Marktbeobachter in ihrem Marktüberblick, bei einem Streikende reflexartig fallen.

Wie bereits vor kurzem die Commerzbank weist auch GFMS auf einen engen Markt für Platin und Palladium hin. Man verweist auf hohe Zuschläge für die Metalle, die vor allem im Autobau bei Katalysatoren eingesetzt werden. Der Platin-Produktionsausfall durch die Streiks in Südafrika soll bereits bei 0,6 Millionen Unzen liegen, weitere 0,3 Millionen Unzen sollen als Ausfall hinzu kommen, so die Prognose. Bei Palladium soll die Produktion einen Ausfall von 0,45 Millionen Unzen verzeichnen. Für die betroffenen Konzerne bedeutet dies einen Umsatzausfall in Milliardenhöhe.

Beim Platinpreis erwartet GFMS für das laufende Jahr im Schnitt 1.457 Dollar je Unze, womit der Preis gegenüber dem Durchschnittswert aus dem Jahr 2013 um rund 30 Dollar zurückgehen würde. Dagegen wird beim Palladium mit einem Anstieg beim Durchschnittspreis von 725 Dollar auf 730 Dollar gerechnet. Palladium habe das Tief durchschritten und könne zum Jahresende hin bis auf 930 Dollar steigen, so die Prognose. Am Freitag kletterte der Preis für die Unze Palladium auf mehr als 816 Dollar.

Der komplette „Platinum & Palladium Survey“ von Thompson Reuters GFMS kann im Internet hier heruntergeladen werden.