Dass der Goldmarkt seltsame Kapriolen macht, lässt sich seit geraumer Zeit beobachten. Die Nachfrage nach physischem Gold ist schon lange auf einem enorm hohen Niveau, während der Finanzmarkt über die Derivate auf den Goldpreis einprügelt. Das lässt schon erstaunt aufhorchen – erst recht, wenn nun erneut seltsame Goldpreisbewegungen vollzogen werden.

Gestern war es wieder einmal soweit. Der US-Börsenbetreiber CME Group, zu dem die New York Commodities Exchange (COMEX) gehört, hat den Goldhandel automatisch stoppen lassen, nachdem aus dem Nichts ein heftiger Preisrutsch für die Feinunze zu sehen war. Um 30 Dollar fiel die Notierung, um sich anschließend wieder deutlicher zu erholen. Der Spuk ist mittlerweile wieder vorbei, die Notierungen der Feinunze pendeln am Dienstagvormittag um 1.237/1.240 Dollar.

Mysteriöse Kursstürze an der COMEX

Ohne Grund kommen solche Bewegungen wie gestern an der COMEX nicht zustande. „Mistrades“ sind eine Möglichkeit, auch Börsenhändler sind vor Fehleingaben und anderen Missgeschicken nicht gefeit. Doch am Goldmarkt gibt es schon lange den Verdacht, dass sich einige Marktteilnehmer stark auf fallende Preise fokussieren – mit welchem Hintergrund auch immer. Geschehnisse wie gestern, die zudem nahe der wichtigen Unterstützungszone zwischen 1.180/1.182 Dollar und 1.208/1.212 Dollar stattfinden, befeuern die Spekulationen um eine Allianz gegen das Gold. Mittlerweile fordern Börsianer bereits Untersuchungen der Börsenaufsicht, diese solle sich die seltsamen Schwankungen genau anschauen.


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Da ist es vielen Anlegern nur ein schwacher Trost, dass sie 2013 nicht allein stehen mit ihren Verlusten. Auch Großanleger mussten bluten, sofern sie nicht zu den Gold-Bären gehörten. Große Goldbestände lagern bei den Zentralbanken, die letzten Zahlen zufolge im vergangenen Jahr aber längst nicht so aggressiv zugekauft haben wie noch 2012. Und durch die großen Bestände mussten die internationalen Notenbanken 2013 natürlich auch hohe Buchverluste beim Wert der Goldreserven hinnehmen. Diese sollen bei knapp 457 Milliarden Dollar liegen.

Wie viel Gold gehört den Chinesen wirklich?

Logisch, dass die Notenbanken mit den größten Goldpositionen auch die größten Buchverluste hinnehmen müssen. Der Statistik zufolge sind dies vor allem die USA. Der unter anderem in Fort Knox verwahrte Goldschatz der „Staaten“ hat als Folge des Goldpreiseinbruchs knapp 121 Milliarden Dollar an Wert verloren. Deutschland ist mit fast 51 Milliarden Dollar dabei, Frankreich sowie Italien mit jeweils rund 36 Milliarden Dollar. China soll mehr als 15 Milliarden Dollar Verlust gemacht haben.

Allerdings muss man hier ein großes Fragezeichen setzen, denn die tatsächlichen Goldbestände der chinesischen Notenbank sind ein gut gehütetes Geheimnis. Da die Chinesen durch Exportüberschüsse enorme Devisenreserven angehäuft haben und sich zuletzt immer wieder zunehmend kritisch zum Dollar äußerten, gelten sie als ein fleißiger Goldkäufer. Das dürfte sich auf absehbare Zeit kaum ändern. Was allerdings tatsächlich in den Tresoren der chinesischen Notenbank an Edelmetall lagert, darüber kann der Markt derzeit nur spekulieren.