Nur noch wenige Tage, dann ist das Jahr 2013 zu Ende. Unsere Rückblicke haben gezeigt, durch welche Turbulenzen der Markt in den vergangenen zwölf Monaten gegangen ist. 2013 war alles andere als ein gutes Jahr für Rohstoffanleger und naturgemäß ist nach solchen Jahren der Optimismus alles andere als hoch für das kommende Jahr. Doch ist das berechtigt? Ein Ausblick auf das, was da auf uns zukommen könnte.

Fangen wir bei den Aktien an. Die Anteilsscheine der Rohstoffkonzerne sind mit wenigen Ausnahmen in den vergangenen Monaten arg unter die Räder gekommen. Der Blick in die Charts von Trendwerten zeigt zwar Stabilisierungen und mögliche Bodenbildungen – doch noch steht ein dickes Fragezeichen hinter dem möglichen Trendwechsel hin zu wieder steigenden Kursen.

Aber in jeder solcher Krisen, nicht nur der aktuellen im Rohstoffsektor, stecken Chancen. Dies wissen erfahrene Börsianer und man muss kein Rohstoff-Fan oder Anhänger der Contrarian-Anlagephilosophie sein, um alles in allem auch positive Entwicklungen in der Branche zu erkennen. Die Expansionsexzesse gehören der Vergangenheit an. Die Manager der Unternehmen achten wesentlich stärker auf Cashflow und Kosten, sie investieren disziplinierter. In den Zahlen vieler Unternehmen wurden Sorgenprojekte wertberichtigt und die Bilanzen bereinigt. Solche außerplanmäßigen Belastungen fallen ab 2014 bzw. nach und nach in den kommenden Jahren weg. Zusammen mit der Disziplin im operativen Geschäft könnte dies für Ertragsdynamik sorgen. Es gibt wenig, was positiver für Aktienkurse wäre.

Rohstoffaktien sind gegenüber dem Gesamt-Aktienmarkt attraktiv geworden

Zugleich befindet sich die Börsenbewertung der Rohstoffbranche am Boden. Dabei sind nicht einmal die viel zitierten Bewertungsmaßstäbe wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis gemeint, sondern in erster Linie die Bewertung der Rohstoffreserven der Gesellschaften. Branchenexperten bezeichnen diese vielfach als günstig. Hinzu kommt: Durch die Baisse seit 2011 sind Rohstoffe bzw. Rohstoffaktien gegenüber dem Gesamt-Aktienmarkt deutlich attraktiver geworden, was die Bewertung angeht.

Die Rohstoffpapiere gehören nach der Entwicklung seit dem Favoritenwechsel im Jahr 2011 weg von Rohstoffen hin zu Aktien zu den Papieren, um die die Anleger im Augenblick den weitesten Bogen machen. Es sind die viel zitierten „starken Hände“, die nun die Papiere halten. Angesichts der geringen fundamentalen Bewertung und einer möglicherweise wieder einsetzenden Ertragsdynamik könnten sie aber 2014 für eine Überraschung sorgen. Stockpicking und eine kluge Branchenselektion innerhalb des Rohstoffsektors werden zwar nötig sein, doch Anleger sollten vor diesem Hintergrund die Augen offen halten. In diesem Zusammenhang darf auch der oft auftretende Hebeleffekt der Aktien im Vergleich zu den Rohstoffpreisen nicht vergessen werden.

Womit wir beim zentralen Punkt wären, den die Anteilsscheine der Unternehmen aus der Bergbaubranche für eine Trendwende brauchen: Steigende Rohstoffpreise. Nun lässt sich der gesamte Sektor nicht über einen Kamm scheren, bei den einzelnen Bodenschätzen gibt es enorme Unterschiede, was preisbeeinflussende Faktoren angeht. Das betrifft vor allem Angebot und Nachfrage.

Gold und Silber: Die Turnaround-Spekulation des Jahres?

Anders ist die Lage beim Gold und damit zusammen hängend ebenso beim, allerdings etwas stärker konjunktursensiblen, Silber. Die Feinunzenpreise der beiden Edelmetalle dürften im kommenden Jahr vor allem von zwei Faktoren abhängen: Dem weiteren Vorgehen der US-Notenbank beim „Tapering“ sowie den Auswirkungen der „Asset Inflation“, die die stark expansive Fed-Politik der vergangenen Jahre bewirkt hat – das gilt vor allem für den Zeitraum ab 2011, als die Fed-Liquiditätsflut ein wesentlicher Faktor für die Hausse an den Aktienmärkten wurde. Es wird eine Frage der Zeit sein, bis sich die „Asset Inflation“ auf die Verbraucherpreise niederschlägt. Dass dies bisher nicht passiert ist, bezeichnen einige Marktbeobachter wie zum Beispiel Fondsmanager Andreas Böger von der Absolute Portfolio Management GmbH im Interview mit wallstreet:online schlicht als pures Glück. Andere verweisen auf hohe Inflationsraten bei „Schatten-Statistiken“, während die offiziellen Zahlen niedrig sind. Die Weltpolitik und vor allem die Realzinsen sollten Goldanleger ebenfalls nicht aus den Augen lassen.


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Viele Volkswirte rechnen für das kommende Jahr mit einer Belebung der Weltwirtschaft, was für den Rohstoffsektor ein weiteres prägendes Element sein könnte. Die Nachricht ist natürlich auf den ersten Blick positiv, wächst die Wirtschaft stärker, kommt Dynamik in die Rohstoffnachfrage. Doch diese Medaille hat eine Kehrseite und dies ist das Angebot an Bodenschätzen. Im Vertrauen auf einen stärker als erwartet ausfallenden Boom in Asien hat die Branche enorm in Kapazitätsausweitungen investiert. Das hieraus bereits entstandene und noch entstehende Angebot lastet auf den Preisen – bei einzelnen Rohstoffen stärker, bei anderen weniger stark.

Wer 2014 in Rohstoffe investieren will, sollte also stets das Marktumfeld prüfen: Besteht bei einem Rohstoff ein Angebotsüberschuss, könnte sich dies im kommenden Jahr sehr nachteilig auf die Entwicklung der Preise auswirken, das gilt für den Rohstoffpreis selbst als auch für Aktien von Unternehmen, die hier ihren Förderschwerpunkt haben. Besondere Situationen, wie zum Beispiel der indonesische Exportstopp für das Aluminium-Erz Bauxit, sollte man ebenfalls im kommenden Jahr im Blick behalten.

Trendwende bei Seltenen Erden möglich?

In einzelnen Bereichen des Bergbaus könnte es 2014 sehr interessant zugehen. Eine solche Sparte ist die Gruppe der Seltenen Erden – diverse Elemente, die in vielen Hightechanwendungen eine Rolle spielen. China als Quasi-Monopolist bei der Förderung bekommt angeblich illegale Schmuggelaktivitäten mehr und mehr in den Griff. Zudem bestehen nicht nur in China Bestrebungen, Sicherheitsbestände dieser strategisch wichtigen Bodenschätze aufzubauen. Nach einer zuletzt enttäuschenden Entwicklung könnten hier bessere Zeiten bei den Preisen möglich sein, glaubt das Institut für Seltene Erden und Metalle e.V. in seinem jüngsten Marktausblick. Die DERA weist auf mögliche langfristige Angebotsengpässe bei schweren Seltenen Erden hin.

Die Experten von ETF Securities rechnen bei Palladium mit steigenden Preisen im kommenden Jahr. Diese könnten sogar die Rekordkurse aus dem Jahr 2011 übersteigen bzw. zumindest erreichen, glaubt man. Das Metall wird vor allem von der Autoindustrie in Katalysatoren genutzt. Hier ist als möglicher Überraschungsfaktor unter anderem ein Wiedererstarken der europäischen Autonachfrage zu beobachten. Zu den Rohstoff-Top-Picks der Analysten gehören zudem Platin, Kupfer sowie Blei.

In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Lesern einen guten Rutsch in ein hoffentlich besseres Rohstoff-Jahr 2014, und freuen uns darauf, Sie auch weiterhin über spannende Themen aus dem Rohstoff -und Minensektor informieren zu dürfen.