Noch nie war der Appetit von chinesischen Einkäufern auf ausländische Goldminen größer als im laufenden Jahr. Dafür fungieren die beiden großen chinesischen Minengesellschaften „Zijin Mining Group“ und „Zhaojin Mining Industry Co“ als vorgezogene Speerspitzen für die Interessen des Landes. Und die Interessen Chinas sind offensichtlich. Besitzen sie einerseits nur rd. 5% der weltweiten Goldreserven im Boden, so bemüht man sich in China anderseits dem steigenden Nachfragedruck der Bevölkerung nach Gold zu entsprechen. Und, was für China noch wichtiger erscheint, ist, dass sie ihren extrem hohen Anteil an gehaltenen Fremdwährungen, überwiegend US-Dollar, in Höhe von gigantischen 3.497 Mrd. USD-Gegenwert verringern möchten.

Zählt man die nachfolgenden Argumente zusammen, dann wird ersichtlich, dass sich die Einkaufstour auch im 2. Halbjahr 2013 unvermindert fortsetzen wird.

  1. China hat mit 706,36 to an Goldkäufen im ersten Halbjahr den Start gelegt Indien heuer als größten Goldkäufer erstmals von der Spitze zu verdrängen. Die Steigerung von rd. 56% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist mehr als beachtlich.
  2. Der Goldbesitz in China ist mit 5g pro Einwohner gegenüber rd. 20g in der westlichen Welt noch erstaunlich gering und zeigt großes Aufholpotential. Solange die Wirtschaft wächst, so die Aussage der China Gold Association, wird sich dieser Aufholtrend fortsetzen.
  3. Fakt ist, dass interessante Liegenschaften im Moment günstig sind, wie schon lange nicht. Alleine der S&P/TSX Global Gold Index, der 49 der größten Goldproduzenten abbildet, ist im heurigen Jahr um beachtliche 31% eingebrochen.
  4. Unternehmen aus China und Hongkong haben leichten Zugang zu billigem Geld. So hat die Zijin Mining Group von der Staatsbank für Einkäufe eine Finanzierung von 4,9 Mrd. USD erhalten. Zusätzlich erwirtschaften sie noch durch ihre geringen Produktionskosten erhebliche Cashreserven. So gibt zum Beispiel die Zijin Mining Group all-in-costs von USD 658,- je Unze für 2013 an. Noch günstiger schafft es die Zhaozjin Mining Industry mit USD 549,-. Sie haben somit prall gefüllte Taschen für Einkäufe.
  5. Nach Gewinneinbrüchen, Kostenexplosionen und auch aus anderen Gründen bemühen sich derzeit viele Großproduzenten sich von Teilen ihrer Liegenschaften zu trennen.

Es braucht nun nicht viel Fantasie, um erkennen zu können, dass bei verstärkter Nachfrage und Vorhandensein von günstigen Angeboten die Geschäftsabschlüsse zunehmen werden. Nachdem nun die Nachfrage dokumentiert ist, stellt sich die Frage nach den möglichen Kandidaten für die chinesische Nachfrage.

Für eine komplette Unternehmensübernahme wird aktuell über folgende Gesellschaften spekuliert:

  • Die australische und auf Mali fokussierte Papillion Resources ($ 390 Mio.)
  • die kanadische Iam Gold ($ 2,4 Mrd.)
  • die in Westafrika aktive Amara Mining ($48 Mio.)
  • Perseus Mining ($ 325 Mio.) mit ihren in Ghana und Elfenbeinküste produzierenden Minen.

Darüber hinaus bemühen sich große Goldproduzenten um den Verkauf von Projekten, wie:

  • Barrick Gold – könnte 12 seiner Projekte abgeben
  • Newmont Mining Corp.
  • Gold Fields
  • Alacer Gold Corp.

Die getätigten Übernahmen und Liegenschaftskäufe durch chinesische Unternehmen für 2013 bezifferte Bloomberg mit USD 2,24 Mrd., gegenüber USD 1,96 Mrd. im Vorjahr. Da seit den Hochs im Jahr 2011 die Aktienkurse lt. Bloomberg durchschnittlich um 53% eingebrochen sind, so ist zu erwarten, dass der Wunsch Chinas nach mehr Goldminenbesitz in Erfüllung gehen wird.

Kombinierte Quellen:

www.mining.com / www.bloomberg.com